02.12.2011
Desto Eco heißt die nachhaltige Produktlinie von Optipack: Sie besteht zu über 50 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und bringt eine CO2-Reduzierung von bis zu mehr als 20 Prozent.
Quelle: Optipack
Der Hersteller von PS- und PP-Bechern sowie PET-Preforms für die Lebensmittelindustrie, Optipack/Aretsried, hat die Stelle eines Nachhaltigkeits- und Umweltbeauftragten geschaffen und gleichzeitig eine nachhaltige Produktlinie mit Namen Desto Eco kreiert. "Optipack will mit endlichen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen", begründet Geschäftsführer Günther Pahlitzsch die Initiative. "Deshalb treiben wir die Ausrichtung unserer Produkte und Arbeitsprozesse in Zukunft noch stärker in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz voran." Die Position bekleidet Gerhard Berger, der bisher bereits mit der Leitung Qualitätsmanagement beauftragt war und dessen Aufgabenbereich sich damit erweitert. Der gelernte Maschinenbaumeister und technische Betriebswirt befasst sich vordringlich mit der Frage, aus welchem Material oder welcher Materialkombination ein nachhaltiger, ökologisch vertretbarer Becher in der Zukunft hergestellt wird. "Dabei geht es uns darum, eine für Kunden und Umwelt gleichermaßen optimale Lösung zu finden", erläutert Gerhard Berger.
Der Markt kennt derzeit im Molkereiprodukte-Bereich mehrere Entwicklungen in Richtung Green Packaging. "Die Biopolymere beobachten wir genau und sind auch davon überzeugt, dass sie eines Tages eine gute Alternative sein werden", so Berger. Bei Optipack hat man sich aktuell jedoch für einen anderen Weg entschieden, und zwar aus Gründen der noch fehlenden gleichwertigen Funktionalität: "Höhere Aufwendungen bei der Verarbeitung und in den vorgelagerten Prozessen - und dies bei einer noch nicht überzeugenden Ökobilanz - haben uns nach anderen Lösungen suchen lassen."
Gerhard Berger ist Nachhaltigkeits- und Umweltbeauftragter bei Optipack.
Quelle: Optipack
Optipack will die gute Verarbeitbarkeit aber auf jeden Fall gewährleistet wissen und setzt deshalb darauf, den Anteil der petrochemischen Stoffe so weit wie möglich zu reduzieren und durch nachwachsende Rohstoffe bzw. Reststoffe zu ersetzen. Der Hersteller hat in seinem Becher-Segment Desto Eco die CO2-Reduzierung bereits in drei Stufen verwirklicht. Die PS-/Papier-Kombination besteht zum größten Teil aus nachwachsenden Rohstoffen. Aktuelles Ergebnis ist die neue Desto Eco-Produktreihe, die im Vergleich zu herkömmlichen wie auch zu PLA-Bechern den CO2-Ausstoß deutlich verringert: "Wir rechnen mit einer Reduzierung von mehr als 20 Prozent allein durch den Einsatz alternativer Rohstoffe", ist sich Gerhard Berger ganz sicher. "Umgesetzt auf ein kleines Segment von ca. 150 Mio. Bechern reduzieren wir mit unserem Produkt Desto Eco 900 bereits den jährlichen CO2-Ausstoß um mehrere hundert Tonnen." Auch die Entsorgung erfüllt die Kriterien der Nachhaltigkeit: Die Kombination aus Kunststoff und Papier ermöglicht dem Endverbraucher das stofflich getrennte Recycling. Die signifikante Reduzierung des Klimagases ist aber nicht der einzige Vorteil: "Die Desto Eco-Becher sind technisch genauso gut verarbeitbar wie herkömmliche Becher und können sofort auf den meisten Anlagen ohne technische Modifizierung eingesetzt werden."
Unabhängig davon konzentrieren sich die Forschungen bei Optipack auf die Entwicklung neuer Biopolymere, die nicht mit Rohstoffen für die Lebensmittelherstellung konkurrieren. Dabei arbeitet man mit namhaften wissenschaftlichen Stellen wie zum Beispiel der FH Hannover zusammen. "Doch wir stellen erst um, wenn diese neue Generation ebenso gut verarbeitbar ist wie die petrochemischen Polymere - vorher nicht", so Berger.