VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche



Neue Prüfmethode zur Verpackungsoptimierung

Wissenschaftliche Grundlage für recyclingfreundliches Verpackungsdesign

11. Juni 2018, von: Susanna Stock

Blick auf eine Sortieranlage der Interseroh.

Quelle: ALBA Group

Mit ei­ner neu­en, wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Be­wer­tungs­me­tho­de kön­nen Un­ter­neh­men aus Han­del und In­dus­trie ab so­fort her­aus­fin­den, wie gut sich eine Ver­pa­ckung re­cy­celn lässt. Ent­wi­ckelt wur­de die Sys­te­ma­tik vom Köl­ner Um­welt­dienst­leis­ter In­ter­seroh ge­mein­sam mit dem bifa Um­welt­in­sti­tut, ab­schlie­ßend über­prüft durch die Ex­per­ten des Fraun­ho­fer-In­sti­tuts für Ver­fah­rens­tech­nik und Ver­pa­ckung IVV. Ziel ist es, künf­tig mehr Ver­kaufs­ver­pa­ckun­gen in ein hoch­wer­ti­ges Re­cy­cling zu ge­ben und die dar­in ent­hal­te­nen Roh­stof­fe im Kreis­lauf zu füh­ren.

Punktesystem macht Recyclingfähigkeit von Verpackungen messbar

„Schon bei der Ge­stal­tung ei­ner Ver­pa­ckung wer­den die Wei­chen für die Re­cy­cling­fä­hig­keit ge­stellt“, so Mar­kus Mül­ler-Drexel, Ge­schäfts­füh­rer der In­ter­seroh Dienst­leis­tungs GmbH. „Im Rah­men un­se­rer Dienst­leis­tung zur Ver­pa­ckungs­op­ti­mie­rung er­mög­li­chen wir Her­stel­lern und Händ­lern nun, mit­hil­fe ei­nes wis­sen­schaft­lich be­last­ba­ren Be­wer­tungs­ras­ters ihre Ver­kaufs­ver­pa­ckun­gen ge­zielt zu op­ti­mie­ren. Das ist auch mit Blick auf das ab 2019 gel­ten­de Ver­pa­ckungs­ge­setz wich­tig. Da­nach sol­len Her­stel­ler erst­mals fi­nan­zi­el­le An­rei­ze für den Ein­satz re­cy­cling­fä­hi­ger Ver­pa­ckun­gen er­hal­ten.“

Um die Re­cy­cling­fä­hig­keit ei­ner Ver­pa­ckung zu be­wer­ten, hat In­ter­seroh zu­sam­men mit dem auf tech­ni­schen Um­welt­schutz spe­zia­li­sier­ten bifa Um­welt­in­sti­tut ein drei­stu­fi­ges Punk­te­sys­tem ent­wi­ckelt. In der ers­ten Stu­fe wird er­mit­telt, ob der Ver­brau­cher die Ver­pa­ckung pro­blem­los dem rich­ti­gen Er­fas­sungs­sys­tem zu­ord­nen kann. An­schlie­ßend wird in der zwei­ten Stu­fe ge­prüft, wie sich die Ver­pa­ckung bei der Sor­tie­rung ver­hält. Kön­nen die der­zeit ver­füg­ba­ren Sor­tier­tech­no­lo­gi­en die Ver­pa­ckung in die rich­ti­ge Ma­te­ri­al­frak­ti­on ein­sor­tie­ren – oder ver­hin­dern be­stimm­te Ma­te­ria­li­en eine ein­deu­ti­ge Zu­ord­nung? In der drit­ten Stu­fe wird un­ter­sucht, ob die Ver­pa­ckung für eine werk­stoff­li­che Ver­wer­tung ge­eig­net ist oder ob zum Bei­spiel Eti­ket­ten, Far­ben oder Ver­schlüs­se das Re­cy­cling er­schwe­ren. Je mehr Punk­te die Ver­pa­ckung auf ei­ner Ska­la von 0 bis 20 er­reicht, de­sto ein­fa­cher und bes­ser lässt sie sich re­cy­celn.

Vom Ende her denken

„An­hand un­se­rer Be­wer­tungs­me­tho­de las­sen sich Schwach­stel­len von Ver­pa­ckun­gen und Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le ganz klar iden­ti­fi­zie­ren“, er­klärt Dr. Sieg­fried Krei­be, Stell­ver­tre­ten­der Ge­schäfts­füh­rer der bifa Um­welt­in­sti­tut GmbH. „Denn je bes­ser das Re­cy­cling funk­tio­niert, de­sto hö­her sind die er­reich­ba­ren Qua­li­tä­ten und da­mit auch die Ab­satz­chan­cen der ent­ste­hen­den Re­cy­clingroh­stof­fe.“

„Es ist an der Zeit, dass Be­we­gung in das Ver­pa­ckungs­de­sign kommt“, so Dr. Mar­tin Schlum­mer, Ge­schäfts­feld­ma­na­ger Re­cy­cling und Um­welt beim Fraun­ho­fer IVV. „Wich­tig ist jetzt, dass sich alle Ak­teu­re der Wert­schöp­fungs­ket­te da­für ein­set­zen, die Pro­duk­t- und De­si­gnan­for­de­run­gen ei­ner Ver­pa­ckung mit ih­rer Re­cy­cling­fä­hig­keit ef­fek­tiv zu ver­bin­den.“

Die von In­ter­seroh und bifa ent­wi­ckel­te und von Fraun­ho­fer IVV ge­prüf­te Be­wer­tungs­me­tho­dik ist Teil der In­ter­seroh-Dienst­leis­tung zur Ver­pa­ckungs­op­ti­mie­rung „Made for Re­cy­cling“. Da­bei durch­leuch­tet der Re­cy­clings­pe­zia­list ge­mein­sam mit Kun­den aus Han­del und In­dus­trie den Le­bens­zy­klus von Ver­pa­ckun­gen von der Her­stel­lung bis zur Ent­sor­gung und Ver­wer­tung. Dar­auf auf­bau­end wer­den prak­ti­ka­ble Hand­lungs­emp­feh­lun­gen und Lö­sun­gen für ein ver­bes­ser­tes Re­cy­cling ent­wi­ckelt.

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