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Automatisierter Materialfluss im neuen Haftmaterial-Werk

Schwerlastlogistik bei Herma

29. August 2018

Fahrerlos in Filderstadt: Im neuen HERMA Beschichtungswerk für Haftmaterial finden diese Wagen, die beladen so groß sind wie „Sprinter“ und bis zu fünf Tonnen wiegen, automatisch ihr Ziel – bis auf zwei Millimeter genau.

Quelle: HERMA

Wenn HER­MA im Herbst 2019 sein neu­es Be­schich­tungs­werk für Haft­ma­te­ri­al in Fil­der­stadt in Be­trieb nimmt, wird der in­ter­ne Ma­te­ri­al­fluss im Schwer­last­be­reich durch spe­zi­ell kon­stru­ier­te fah­rer­lo­se Wa­gen er­fol­gen. Dies be­trifft den au­to­ma­ti­schen Trans­port von Roh­ma­te­ria­li­en wie Pa­pier und Fo­li­en, von Halb­fa­bri­ka­ten und fer­tig be­schich­te­ten Haft­ma­te­ri­al­rol­len.

„Fah­rer­lo­se Trans­port­fahr­zeu­ge, kurz FTF, sind zwar grund­sätz­lich auch schon wo­an­ders im Ein­satz“, er­klärt Frank Bau­de, Lei­ter Lo­gis­tik bei HER­MA. „Aber für die bei uns be­nö­tig­ten Di­men­sio­nen gibt es – in un­se­rer Bran­che – wahr­schein­lich kein Vor­bild. Denn wir spre­chen über Trans­port­wa­gen, die Rol­len von ei­ner Brei­te bis 2 Me­ter und ei­nem Ge­wicht bis 4,5 Ton­nen be­we­gen.“ Ein Trans­port­wa­gen samt ge­la­de­ner Rol­le er­reicht da­mit Di­men­sio­nen, die de­nen ei­nes „Sprin­ters“ ent­spre­chen, wie man sie von Lo­gis­tik­dienst­leis­tern kennt. „Wir muss­ten län­ger re­cher­chie­ren, um An­bie­ter zu fin­den, die be­reit wa­ren, so et­was für sol­che Ge­wichts­klas­sen zu kon­stru­ie­ren“, so Bau­de. Des­halb kommt jetzt bei HER­MA eine Tech­no­lo­gie zum Ein­satz, die auch ge­nutzt wird, um Züge, Ro­tor­blät­ter von Wind­kraft­an­la­gen oder um Flug­zeug­rümp­fe durch Mon­ta­ge­hal­len zu be­we­gen. „Der Be­griff Jum­bo-Rol­le, den wir für un­se­re größ­ten Rol­len ver­wen­den, be­kommt da­mit eine ganz neue Be­deu­tung“, sagt der Lo­gis­ti­k-Chef schmun­zelnd. Ins­ge­samt zehn sol­cher großen fah­rer­lo­sen Trans­port­fahr­zeu­ge (FT­F) wer­den sich durch das neue Be­schich­tungs­werk be­we­gen. Dazu kom­men noch vier klei­ne­re Fahr­zeu­ge, die mit ih­rer nied­ri­ge­ren, er­go­no­misch güns­ti­gen Ar­beits­hö­he dort zum Ein­satz kom­men, wo ma­nu­el­le Ar­bei­ten an den Rol­len vor­ge­nom­men wer­den müs­sen, zum Bei­spiel beim Ent­pa­cken.

2 mm Genauigkeit bei 4.5 Tonnen

Die Gän­ge im neu­en Be­schich­tungs­werk sind so aus­ge­legt, dass je­weils zwei große FTF an­ein­an­der vor­bei fah­ren kön­nen. „Auf die­se Wei­se schaf­fen wir auch ein red­un­dan­tes Trans­port­sys­tem: Soll­te ein­mal ein FTF lie­gen­blei­ben, kön­nen den­noch alle Pro­duk­ti­ons­an­la­ge an­ge­fah­ren wer­den.“ Die Wa­gen sind je­weils mit vier Rä­dern aus­ge­rüs­tet, die um 360 Grad schwenk­bar sind; zwei da­von wer­den von ei­nem star­ken Elek­tro­mo­tor an­ge­trie­ben. Ge­steu­ert wer­den die FTF über meh­re­re ein­ge­bau­te Scan­ner, die sich an un­ver­än­der­li­chen Stel­len, so­ge­nann­ten Land­mar­ken, im Werk ori­en­tie­ren. Des­halb sind kei­ne In­duk­ti­ons­schlei­fen oder Ma­gne­te im Bo­den not­wen­dig. Man­che de­fi­nier­ten Po­si­tio­nen an den Be­schich­tungs­ma­schi­nen müs­sen die Trans­port­wa­gen mit ei­ner Ge­nau­ig­keit von +/- 2 Mil­li­me­tern an­fah­ren. „Das ge­schieht über Bar­co­des im Bo­den, aus de­nen das Fahr­zeug sei­ne kor­rek­te Aus­rich­tung qua­si ab­le­sen kann“, er­klärt Bau­de.

Alle Rol­len-Be­we­gun­gen zwi­schen dem 35 Me­ter ho­hen neu­en Hoch­re­gal­la­ger mit sei­nen ins­ge­samt 13 Ebe­nen, den bei­den Be­schich­tungs­an­la­gen und den Schnei­de­ma­schi­nen wer­den aus­schließ­lich über FTF ab­ge­wi­ckelt. Und die Ma­te­ri­al­be­we­gun­gen ge­sche­hen bei HER­MA erst­mals kom­plett pa­let­ten­los bzw. la­dungs­trä­ger­frei. Das heißt, die Rol­len lie­gen di­rekt auf der La­de­flä­che der Trans­port­wa­gen, die ei­nem sehr fla­chen „V“ ent­spre­chen. „Wir hat­ten in der Ver­gan­gen­heit im­mer wie­der das The­ma, dass sich Holz­split­ter von Pa­let­ten ge­löst ha­ben. Sie ver­ur­sach­ten nicht nur un­nö­ti­gen Schmutz, son­dern sie ir­ri­tier­ten auch die Sen­so­ren un­se­rer Trans­port­sys­te­me“, sagt Bau­de.

Da HER­MA aus­schließ­lich in Deutsch­land fer­tigt, sind hoch­au­to­ma­ti­sier­te Fer­ti­gungs- und Lo­gis­tik­pro­zes­se es­sen­zi­ell, um wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Für das neue Be­schich­tungs­werk in Fil­der­stadt in­ves­tiert das Un­ter­neh­men bis zum Herbst 2019 rund 80 Mil­lio­nen Euro. Dazu kom­men wei­te­re 20 Mil­lio­nen Euro für die neue Fer­ti­gung von Eti­ket­tier­ma­schi­nen, die An­fang 2019 ih­ren Be­trieb auf­neh­men wird.

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