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Imagepflege

Die Inflation der Nachhaltigkeit

18. Juni 2010, von Annette von der Heide

Invercote ist jetzt mit Kompostierbarkeitszertifikat erhältlich und garantiert biologisch abbaubar.

Quelle: Iggesund

Eigentlich ist alles in Ordnung. Klimawandel war gestern, das zeigt schon das kalte Frühjahr in diesem Jahr. Denn alle Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit. Es gibt keine Ausnahme. Denn wer möchte schon als Umweltsünder in die Annalen eingehen? Oft zeigt sich bei genauerem Hinhören aber, dass gar nicht von nachhaltigem Wirtschaften die Rede ist, sondern einfach nur ein Begriff missbraucht wird.

Was ist eigentlich wichtiger: gesunde Nahrungsmittel oder Mobilität? In den USA ist diese Frage zugunsten der Mobilität entschieden worden. Das hat den Anrainern des Golfs von Mexiko nun eine große Umweltkatastrophe beschert. Weitere Ölbohrinseln waren schon genehmigt. Ferngesteuerte Sicherheitsventile, wie sie in der Nordsee Standard sein sollen, sind in den USA nicht vorgeschrieben. Überhaupt stellte sich 35 Tage nach dem Unglück heraus, dass in der havarierten Plattform nur ein provisorisches Ventil eingebaut war. Nachhaltigkeit bzw. in der wörtlichen englischen Übersetzung Sustainability ist dieser Politik fremd.

Nachhaltigkeit bedeutet nicht einfach Naturschutz. Die Bedeutung, die hinter diesem Begriff steht, heißt, den Nachschub sichern, nicht mehr aus der Natur entnehmen, als nachwächst. Insofern kann Öl gar nicht nachhaltig gefördert werden. Die fossilen Brennstoffe sind kein unendliches Füllhorn. Sie zu nutzen, schadet nicht der Natur, denn die Natur hat keinen Zweck. Es kann allerdings den Umweltbedingungen schaden, unter denen wir leben müssen und Nahrungsmittel wie auch nachwachsende Rohstoffe anbauen.

Der Begriff Nachhaltigkeit erfährt gerade eine inflationäre Beliebtheit. Von Nachhaltigkeit zu sprechen, signalisiert, dass man an die Zukunft denkt. Greenwashing, sich also einen grünen Heiligenschein zu verleihen, passt nicht zum Ursprung des Begriffes. Die ”nachhaltige Senkung der Preise“, die ”nachhaltige Sicherung des Unternehmensziels“ oder die ”nachhaltige Befreiung der Kopfhaut von Schuppen“ sind Worthülsen, die den Begriff verwässern und unglaubwürdig machen.

Der Begriff ”Nachhaltigkeit“ stammt aus der Forstwirtschaft und wurde erstmals 1713 im Erzgebirge gebraucht. Alles weitere zur Historie steht auf Wikipedia zum Nachlesen.

Die Organisation Forest Stewardship Council hat sich zum Ziel gesetzt, die Wälder als Puffersystem gegen den Klimawandel zu erhalten.

Quelle: FSC

Die Forstwirtschaft arbeitet schon lange nachhaltig. Daher hatten die Werkstoffe Papier, Karton und Pappe nicht nur bei umweltbewussten Verbrauchern immer ein dickes Plus. Heute gibt es Käseverpackungen oder Chipstüten aus Kunststofffolie, die aussieht wie Papier, um an dessen gutem Image zu partizipieren. Dabei wäre Papier als Verpackung für diese Produkte gar nicht ausreichend, wenn sie länger als von der Frischetheke bis zum Frühstückstisch oder der abendlichen TV-Unterhaltung halten sollen.

Heute gibt es kein Unternehmen mehr, das nicht ”nachhaltig“ wirtschaftet. Es gibt aber auch keine Meßlatte, um das zu überprüfen. Damit ist quasi schon wieder das Ende der Nachhaltigkeits-Inflation in Sicht. Wenn der Begriff so verwässert wird, dass er zum beliebigen Beiwort wird, ist er unglaubwürdig.

Bei einem großen deutschen Hersteller von Tiefkühl-Pizza findet man auf der Webseite das Bekenntnis zu ”ökologischem und sozialem Handeln“. In der Unternehmensbroschüre ist dann von ”nachhaltigem Handeln mit langer Tradition“ die Rede. Gemeint sind die ”Prinzipien, die die nachhaltige ökonomische Entwicklung des Unternehmens fördern“. Weiter heißt es unter den Umweltleitlinien, das Unternehmen ”beachtet die weitgehende Schonung der natürlichen Ressourcen. Dabei wird der gesamte Lebenskreislauf der hergestellten Produkte berücksichtigt.“ Wie verträgt sich dieser Anspruch mit Thunfisch-Pizza? Der Lebenskreislauf des Thunfisches ist bekanntermaßen weltweit bedroht. Für Nachschub im Sinne von Nachhaltigkeit können die Fische dann nicht mehr sorgen, weil sie gar nicht mehr alt genug werden. Damit man auch in Zukunft noch Thunfisch-Produkte essen kann, sollte der Verbrauch gedrosselt werden. Nur wenn nicht von allem immer mehr konsumiert wird, ist Nachhaltigkeit ein wirkliches Versprechen auf die Zukunft.

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