VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche

Mineralölrückstände in Adventskalendern

Alle Jahre wieder

29. November 2012, von Annette von der Heide, Dr. Klaus Bremer

Auch Adventskalender bleiben bei essbaren Inhalten nicht von der bekannten Migrationsproblematik verschont.

Quelle: de.wikibooks.org (public domain)

Die Stiftung Warentest hat einen sehr guten Ruf bei den Verbrauchern. Kurz vor der Adventszeit hat sie sich nun Adventskalender vorgenommen, und unter anderem auf den Mineralölgehalt in der enthaltenen Schokolade untersuchen lassen.

Die Ergebnisse zeigen in 9 von 24 untersuchten Produkten eine Belastung, welche die Stiftung Warentest dazu veranlasst, vor dem Verzehr der Schokolade zu warnen. Die Stiftung spricht sogar davon, dass einige Mineralölbestandteile krebserregend seien. Das alarmiert alle Menschen, die ihren Kindern einfach nur die Vorfreude auf Weihnachten versüßen wollen.

Richtig ist, dass Mineralöl in Lebensmitteln nichts zu suchen hat. Die Konsequenz für die Hersteller lautet Ursachenanalyse, denn alleine der Verdacht einer Belastung schadet auch den Umsätzen. Der Süßwarenhersteller Arko hat sofort reagiert und nimmt die inkriminierten Produkte zurück.

Der erste Verdächtige ist die Verpackung. Dieser Verdacht beruht auf der Problematik der Mineralölmigration in Lebensmittel, die bereits seit Jahren bekannt ist. Abhilfe allerdings auch.

Vermeidbare Risiken

Eine Ursache kann in der Verwendung von Recycling-Material liegen: Wurde Altpapier genutzt, das zusammen mit Zeitungen und anderen Verlagsprodukten gesammelt wird, die in der Regel mit mineralölhaltigen Farben bedruckt sind, können diese aufgrund ihres Löslichkeitsverhalten beim Deinking nicht ausreichend entfernt werden und verbleiben daher in der Recycling-Pulpe. Aus dem daraus gefertigten Karton können die löslichen Bestandteile dann in die darin verpackten Nahrungsmittel übergehen.

Wie intensiv dies erfolgt, hängt von mehreren Faktoren ab: je lipophiler die Produkte (d.h. deren Fähigkeit unpolare Substanzen aufzunehmen) und je größer die Oberfläche, desto stärker ist eine Migration von Mineralölbestandteilen aus dem Verpackungsmaterial in das Produkt zu erwarten. Auch hohe Temperaturen tragen hierzu bei. Bei Tiefkühlprodukten ist die Mineralölmigration daher kein Thema, solange die Kühlkette nicht unterbrochen wird (dann aber dürfte das Verderben der Ware das primäre Problem sein).

Abhilfe besteht in der Verwendung von Frischfaserkarton und migrationsfreien Druckfarben, wie es in der Nahrungsmittelindustrie üblich ist. Einige Hersteller von Adventskalendern zeigten sich daher auch verwundert über die Ergebnisse der Stiftung Warentest, denn sie haben Frischfaserkarton und mineralölfreie Farben und Lacke eingesetzt.

Praktische Abhilfe bieten auch Innenverpackungen, wie z.B. Beutel, die eine Migrationsbarriere aufbauen und damit die Problematik entschärfen.

Problematisch bei der Bewertung aller Ergebnisse bleibt die Nichtexistenz von anerkannten Schadstoff-Grenzwerten bezüglich der Mineralölmigrationen. Hier herrscht Unklarheit, auch international. Zwar werden Produkte durch die Definition von Grenzwerten nicht gesünder, diese aber bieten dann wenigstens einen Handlungsrahmen, um mit quantitativen Messergebnissen weiter verfahren zu können.

Die Ursachen bleiben unklar

„Besonders hoch waren die Gehalte an aromatischen Mineralölen in den Kalendern von Arko, der Confiserie Heilemann und Rausch“, heißt es in dem Testbericht. Und weiter: „Die Kalender von Arko, der Confiserie Heilemann und Rausch waren zudem stark mit nicht-aromatischen Mineralölen belastet. Hier fanden die Tester mehr als 10 Milligramm pro Kilogramm Schokolade. So viel kommt mit Abstand nicht in den anderen Kalendern vor. Die hohen Gehalte sind also durchaus vermeidbar.“

Da Stiftung Warentest nur die Endprodukte (also die fertigen Kalender) einkaufte, konnten keine Vergleichswerte aus Blindproben ermittelt werden, also aus Rohmaterial vor der Verarbeitung. Dies aber bedeutet, dass unklar bleibt, ob die gemessenen Kontaminationen durch die Verpackung oder den Produktionsprozess verursacht wurden oder sich gar bereits in den Rohmaterialen befanden oder zu welchen Anteilen sie jeweils erfolgten. Da auch Schokoladen mit Innenverpackungen betroffen waren, wäre dies eine wichtige Information.

In Bezug auf die Ursachen der Mineralölkontaminationen ist die Untersuchung daher wenig aussagekräftig. Was bleibt sind Messergebnisse, offene Fragen sowie verunsicherte Verbraucher.

Testbericht der „Stiftung Warentest“:

Adventskalender mit Schokoladenfüllung: Mineralöl in der Schokolade

Bericht Deutschlandfunk:

Bericht Deutschlandfunk

Stellungnahmen von Instituten, Verbänden und Herstellern:

Statement des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Stellungnahme des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI)

Stellungnahme Rausch (pdf)

Stellungnahme Heilemann

Stellungnahme Arko

Bei dem abgebildeten Adventskalender handelt es sich um den Wikibooks online-Adventskalender von 2007. Dieser ist sowohl frei von Mineralölrückständen als auch public domain:

Adventskalender

Polarlicht Adventskalender

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