VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche



Kennzeichnungsfehler vermeiden

Optimierung der Produkt-Kennzeichnung im Fertigungsprozess

1. April 2015, von: Lindsay Galas

Lindsay Galas ist Cosmetics Industry Marketing Manager bei Videojet Technologies. Im Rahmen ihrer Arbeit besucht sie Hersteller von Kosmetikprodukten auf der ganzen Welt. Dadurch kann sie die Herausforderungen bei der Verarbeitung und Kennzeichnung besser verstehen und die Kennzeichnungslösungen für diese Branchen entsprechend verbessern.

Quelle: Videojet

In der Kosmetikbranche ist eine ansprechende Verpackung, die das Markenimage vermittelt, ein unverzichtbares Instrument: viel Arbeit und Energie fließen in die Auswahl des richtigen Designs. Da Produkte mit dem kultigsten und auffälligsten Design am meisten Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist es wichtig, dass die notwendige Produktkennzeichnung eine Topqualität hat. Ein verzehrter oder verschmutzter Code könnte die Marke schädigen. Die Kennzeichnung erfüllt verschiedene Aufgaben wie Transparenz, Schutz gegen Fälschungen und sie ist auch für die Effizienz in der Lieferkette unabdingbar.

Kennzeichnungsfehler erfordern kostenaufwendige Nacharbeiten und bedeuten eine Verschwendung von Materialien, falls es nicht möglich ist, die Etiketten nachzuarbeiten und diese somit entsorgt werden müssen. Effektivität bedeutet dagegen, wertvoller Zeit und Ressourcen einzusparen und den Durchsatz und die Umsätze steigern. Durch falsch gekennzeichnete Produkte in Regalen wird nicht nur der Kunde verstimmt, eine falsche Kenzeichnung kann zudem zu Bußgeldern durch Behörden führen und das Markenimage schädigen.

Ursachen ermitteln

Die Kennzeichnung, beispielsweise von Pharmaerzeugnissen oder Kosmetik, muss zum Gesamtbild der Verpackung passen.

Quelle: Videojet

Um den Kennzeichnungsprozess effektiv „reparieren“ zu können, muss zunächst die Ursache ermittelt werden. Laut einer Umfrage von Videojet bei Herstellern werden 70% der Kennzeichnungsfehler durch Bedienerfehler verursacht, die Hälfte davon ist durch Fehler bei der Code-Eingabe und Job-Auswahl bedingt. Außerdem konnte festgestellt werden, dass die Kennzeichnungsfehler nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. Fast die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Hersteller gaben an, dass Kennzeichnungsfehler mindestens wöchentlich auftreten. 25% der Befragten berichteten, dass sie täglich vorkommen. Eine unerfreuliche Tatsache ist, dass Kennzeichnungsfehler alltäglich geworden sind.

Obwohl Hersteller von kosmetischen Produkten in der Regel zusätzliche Prüfungen während des Verpackungsprozesses einführen, um Kennzeichnungsfehler zu beheben, wird das Problem nicht wirksam oder effizient angegangen. Eine Vereinfachung der Textauswahl und –eingabe durch den Einsatz von Automatisierungs- und Softwaretools kann Kennzeichnungsfehler vorbeugen, die Produktivität steigern und Abfall sowie die Betriebskosten und –risiken verringern. Durch die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Kennzeichnungs-Partner mit umfassenden Druckmöglichkeiten und Know-how in der Systemauslegung können Hersteller eine Kennzeichnungslösung mit integrierter Code-Schutzkomponente schaffen und umsetzen, die das Fehlerpotenzial für Anwenderfehler verringert und für ihre Verpackungstypen geeignet ist. Der Thermotransferdruck eignet sich beispielsweise perfekt für flexible Kunststoffe und Papier, der Continuous Ink Jet-Drucker (CIJ) ist für eine Reihe von Typen geeignet, von Metall-Spraydosen bis hin zu Glasflaschen und Gläsern.

Automatisierte Qualitätssicherung von Codes

Der Kennzeichnungs-Partner kann Hersteller kosmetischer Produkte dabei unterstützen, ein umfassendes System zu entwickeln, sodass Kennzeichnungsfehler nahezu komplett vermieden werden.

Quelle: Videojet

„Poka-yoke“ ist ein japanisches Wort, das sich in etwa als „Fehlervermeidung“ übersetzen lässt. Bei der Anwendung in Betriebsabläufen steht poka-yoke für während des Fertigungsprozesses ergriffene Maßnahmen, die dazu dienen, menschlichen Fehlern vorzubeugen, bevor sie auftreten. Der richtige Kennzeichnungs-Partner kann Hersteller kosmetischer Produkte dabei unterstützen, ein umfassendes System zu entwickeln, das mithilfe von technischen Entwicklungen verschiedene poka-yoke-Prinzipien umsetzt, sodass Kennzeichnungsfehler nahezu komplett vermieden werden.

Intelligente Benutzeroberfläche

Fertigungsautomatisierungs- und Softwaretools vereinfachen die Auswahl und Eingabe der Codes und Textbausteine und senken die Zahl der Kennzeichnungsfehler.

Quelle: Videojet

Durch den Einsatz einer Bedieneroberfläche, die mit vorhandenen Tools zur Qualitätssicherung von Codes entwickelt wurde, wird die Textauswahl vereinfacht, die Bedienereingabe eingeschränkt und die Texterstellung automatisiert. Die Benutzeroberfläche des Druckers kann Funktionen umfassen, die direkte Angaben über das zu codierende Produkt enthalten; z.B. eine separate Benutzer-Authentifizierung für die Code-Erstellung und Jobauswahl, eingeschränkte und zuvor genehmigte Kennzeichnungsparameter und die Speicherung von Jobs unter Funktionsnamen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Optionen zur leichteren Bedienung: Man kann Kalenderregeln so definieren, dass bestimmte Daten wie Wochenenden oder Feiertage nicht ausgewählt werden können. Mithilfe von Dropdown-Menüs zur Datenauswahl kann man falsche Tastatureingaben nahezu ausschließen. Durch die Bestätigung der Daten vor dem Start eines Druckauftrags oder die Genehmigung der Daten vor einer Auftragsänderung, kann man die korrekte Auftragsauswahl sicherstellen. Solche Designoptionen sollten in zeitgemäßen Thermotransferdruckern, Tintenstrahldruckern, Laser-Kennzeichnungssystemen, Thermal Ink Jet-Druckern und Produkten zur Kennzeichnung von Umverpackungen enthalten sein.

Software und Netzwerk-Textkontrolle

Eine Windows-basierte Software kann die Arbeit zusätzlich erleichtern, indem sie das Kennzeichnungsdesign von der Produktion trennt und dem Bediener das Laden der verschiedenen Textbausteine über die Benutzeroberfläche der einzelnen Drucker erspart. Eine solche PC-Software, zur Erstellung und Verwaltung der Codes und Texte, trägt zur Vermeidung von Bedienerfehlern im Kennzeichnungsprozess bei.

Über netzwerkbasierte Steuerelemente lassen sich Eingaben durch den Bediener verringern bzw. gänzlich vermeiden. Das System bezieht seine Daten stattdessen aus zuverlässigen Datenquellen, somit ist gewährleistet, dass die richtigen Codes an die richtigen Drucker übermittelt werden. Mit netzwerkbasierter Kennzeichnung können Textbausteine auch an mehrere Kennzeichnungs- und Etikettiergeräte an einer Produktionslinie, in einem Werk oder sogar in mehreren Werken übermittelt werden. Automatisierte Systeme zur leichteren Erstellung und Verwaltung der Kennzeichnungen, reduzieren die Gefahr von Bedienerfehlern erheblich und schließen Kennzeichnungsfehler nahezu aus.

Als Bestandteile eines umfassenderen Qualitätssicherungssystems sind solche Steuerelemente mit vorhandenen SCADA- (Supervisory Control and Data Acquisition), MES- (Manufacturing Execution System) und ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning) sowie Werksnetzwerken synchronisierbar. Kennzeichnungstexte lassen sich dank Open Database Connectivity (ODBC) in Excel sowie in SQL-, Access- und generischen Datenbanken erstellen und speichern. Aufgrund dieser umfassenden Konnektivität besteht von jedem entsprechend konfigurierten Kennzeichnungs- oder Etikettiersystem aus Zugriff auf die Auftragsinformationen. Das steigert die Effizienz und schützt vor Bedienerfehlern.

Erwägungen zu behördlichen Bestimmungen

Neben den Kosten für Nacharbeiten und Ausschuss drohen bei fehlerhaft ausgeführten Kennzeichnungsaufträgen, die erst im Produktregal erkannt werden, auch Bußgelder und andere Sanktionen. In den USA sind die Hersteller von Konsumgütern gesetzlich verpflichtet, ihre Produkte korrekt zu deklarieren. Sie müssen mit den Inhaltstoff- und Nährwertangaben versehen sein. Diese sind in den Verordnungen des US-amerikanischen Nutrition Labeling and Education Act bzw. den Federal Food, Drugs and Cosmetics Act vorgeschrieben. Werden die geforderten Standards nicht eingehalten, drohen Bußgelder und im schlimmsten Fall sogar Produktrückrufe – beides kostenintensiv und extrem schädlich für den Ruf einer Marke. Ein kompetenter Kennzeichnungs-Partner kann Herstellern von Kosmetikprodukten dabei helfen, einen optimierten Kennzeichnungsprozess zu entwickeln, der die globale gesetzliche Regelung erfüllt und durch Kennzeichnungsfehler potenziell hervorgerufene Probleme vermeidet.

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