VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche



Circular Packaging mit CreaSolv® Prozess

Bau einer industriellen Demonstrationsanlage für das Recycling von Kunststoffverpackungen

21. Januar 2019, von: Susanna Stock

Aus rezykliertem Verpackungsabfall entsteht im Fraunhofer IVV eine reine PE-Folie mit Neuware-Eigenschaften.

Quelle: Fraunhofer IVV

Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen müs­sen ho­hen An­for­de­run­gen ge­recht wer­den. Des­halb be­ste­hen sie oft aus Mehr­schicht­la­mi­nat­fo­li­en. Für die­ses kom­ple­xe Sys­tem ver­schie­de­ner Ma­te­ria­li­en gab es bis­her kein ge­eig­ne­tes Re­cy­cling­ver­fah­ren. In dem Ende 2018 ge­st­ar­te­ten Pro­jekt „Cir­cu­lar Packa­ging“ ent­steht nun eine De­mons­tra­ti­ons­an­la­ge im in­dus­tri­el­len Maß­stab. Ver­pa­ckungs­ab­fäl­le kön­nen in die­ser An­la­ge so scho­nend ver­wer­tet wer­den, dass sie für den er­neu­ten Ein­satz als hoch­wer­ti­ge Pack­stof­fe ge­eig­net sind. Die Grund­la­ge da­für bil­det der am Fraun­ho­fer-In­sti­tut für Ver­fah­rens­tech­nik und Ver­pa­ckung IVV ent­wi­ckel­te Cre­a­Sol­v® Pro­zess. Ge­för­dert wird das Pro­jekt vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMB­F) mit ei­ner För­der­sum­me von rund 3,2 Mio € im Rah­men des För­der­schwer­punk­tes “r+Im­puls - Im­pul­se für in­dus­tri­el­le Res­sour­cenef­fi­zi­enz” im Rah­men­pro­gramm “For­schung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (FONA)”. Die­se Maß­nah­me ist spe­zi­ell auf die Un­ter­stüt­zung von Pro­jek­ten zu­ge­schnit­ten, die in­no­va­ti­ve Tech­no­lo­gi­en und Pro­duk­te aus dem La­bor in die wirt­schaft­li­che An­wen­dung über­füh­ren sol­len.

Häu­fig wer­den in Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen Mehr­schicht­la­mi­nat­fo­li­en ein­ge­setzt. Die­se be­ste­hen aus ver­schie­de­nen Po­ly­me­ren, wie zum Bei­spiel PE/PA oder PP/­PET so­wie Alu­mi­ni­um­la­gen. Sol­che Ver­bund­ma­te­ria­li­en er­fül­len Funk­tio­nen, die Mo­no­ma­te­ria­li­en nicht bie­ten. Ein Bei­spiel hier­für ist der ef­fek­ti­ve Schutz von Le­bens­mit­teln und Kon­sum­gü­tern vor Licht oder Sau­er­stoff. Beim Re­cy­cling müs­sen die ein­zel­nen Ma­te­ria­len der Ver­pa­ckung je­doch ge­trennt wer­den. Dies ist bis­lang nicht mög­lich, wes­halb ein sol­cher Ab­fall­strom als nicht re­cy­cling­fä­hig gilt und ther­misch ver­wer­tet wird. Mit der Ent­wick­lung des lö­se­mit­tel­ba­sier­ten Cre­a­Sol­v® Pro­zes­ses (Cre­a­Sol­v® ist eine ein­ge­tra­ge­ne Mar­ke der Cre­a­Cy­cle Gmb­H) wur­de eine sau­be­re Tren­nung von Kunst­stoff-Ver­bun­den und kon­ta­mi­nier­ten Haus­halts­ab­fäl­len erst­mals rea­li­siert. Die­se Tech­no­lo­gie eig­net sich zur Ge­win­nung hoch­wer­ti­ger und hoch­rei­ner Kunst­stof­fe mit Neu­wa­re­qua­li­tät.

Auch Ge­ruchs- und Stör­stof­fe wer­den si­cher eli­mi­niert. Der Cre­a­Sol­v® Pro­zess steht der­zeit im Pi­lot­an­la­gen­maß­stab zur Ver­fü­gung. Im Pro­jekt „Cir­cu­lar Packa­ging“ wird das Ver­fah­ren nun mit ei­ner auf Wirt­schaft­lich­keit aus­ge­rich­te­ten An­la­ge um­ge­setzt und be­trie­ben.

Verpackungen bestehen typischerweise aus Mehrschichtlaminatfolien, wodurch das Recycling zu hochwertigen und reinen Polymeren bislang nicht möglich war.

Quelle: Fraunhofer IVV

Das Pro­jekt star­tet zu­nächst mit dem Auf­bau ei­ner kom­plett ver­schal­te­ten und auf den fo­kus­sier­ten Ab­fall­strom zu­ge­schnit­te­nen Cre­a­Sol­v® Pi­lot­an­la­ge. Die PE- und PP-An­tei­le aus Fo­li­en­ab­fäl­len wer­den ge­trennt von­ein­an­der ex­tra­hiert und zu­rück­ge­won­nen. Das fi­na­le An­la­gen­de­sign wird ver­fah­rens­tech­nisch op­ti­miert und fest­ge­legt. Im An­schluss dar­an er­folgt die Über­füh­rung in den in­dus­tri­el­len Maß­stab (S­ca­le-Up) zu ei­ner kom­mer­zi­ell nutz­ba­ren De­mons­tra­ti­ons­an­la­ge mit ei­ner täg­li­chen Ver­ar­bei­tungs­ka­pa­zi­tät von bis zu ei­ner LK­W-La­dung Ver­pa­ckungs­ab­fäl­len. Nach der In­be­trieb­nah­me fol­gen in der drit­ten Pro­jekt­pha­se um­fang­rei­che Tests. Sie die­nen dem Nach­weis der Wirt­schaft­lich­keit und der Roh­stof­fef­fi­zi­enz. Pro­dukt­mus­ter­men­gen wer­den ge­ne­riert und in Ko­ope­ra­ti­on mit po­ten­ti­el­len Ab­neh­mern des Gra­nu­lats zur Mark­te­va­lua­ti­on ge­tes­tet. Be­glei­tend er­fol­gen die Ak­qui­si­ti­on und Kon­di­tio­nie­rung re­le­van­ter Ab­fäl­le und die Com­poun­die­rung der Re­zy­kla­te zu hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten.

Die Ver­bund­part­ner die­ses Vor­ha­bens set­zen sich zu­sam­men aus der Lo­ber GmbH & Co. Ab­fall­ent­sor­gungs KG, Neun­burg vorm Wald, der LÖMI GmbH, Groß­ost­heim und dem Fraun­ho­fer IVV, Frei­sing. Die Pro­jekt­ko­or­di­na­ti­on über­nimmt Lo­ber, wel­cher als künf­ti­ger Be­trei­ber der De­mons­tra­ti­ons­an­la­ge auf­tritt. Das Fraun­ho­fer IVV als Ver­fah­rens­ge­ber be­glei­tet das Pro­jekt durch alle Pha­sen des Sca­le-Ups. Der Pro­jekt­part­ner LÖMI lie­fert die An­la­gen­kom­po­nen­ten für lö­se­mit­tel­ba­sier­te Fer­ti­gungs­pro­zes­se. Ge­mein­sam mit dem Fraun­ho­fer IVV hat LÖMI be­reits Pro­zes­s­ag­gre­ga­te für den ge­si­cher­ten Pi­lot­an­la­gen­maß­stab ent­wi­ckelt.

Höhere Recyclingquoten mit „Circular Packaging“

Das Pro­jekt voll­zieht einen wich­ti­gen Schritt zur Kreis­l­auf­wirt­schaft und be­geg­net den Her­aus­for­de­run­gen des neu­en deut­schen Ver­pa­ckungs­ge­set­zes. Der Ver­bund­ko­or­di­na­tor Lo­ber wird in die Lage ver­setzt, ab 2021 die ers­te kom­mer­zi­el­le Cre­a­Sol­v® An­la­ge für post-con­su­mer Ver­pa­ckungs­-Kunst­stof­fe in Eu­ro­pa um­satz­stark zu be­trei­ben. Zu­sätz­lich plant die Fir­ma Lo­ber den Auf­bau ei­nes Kom­pe­tenz­zen­trums für lö­se­mit­tel­ba­sier­tes Re­cy­cling.

Ziel ist es, mit der Cre­a­Sol­v® Tech­nol­gie künf­tig auch an­de­re Ab­fäl­le auf­zu­be­rei­ten und die dar­in ent­hal­te­nen wert­vol­len po­ly­me­ren Werk­stof­fe ei­nem er­neu­ten Pro­dukt­le­bens­zy­klus zu­zu­füh­ren. Der An­la­gen­bau­er LÖMI wird die Pro­jek­t­er­geb­nis­se zur Aus­le­gung wei­te­rer Re­cy­cling­an­la­gen nut­zen. Hier­für sol­len in­ter­es­sier­te In­ves­to­ren ge­zielt an­ge­spro­chen wer­den. Das Fraun­ho­fer IVV plant zu­dem die Ver­ga­be wei­te­rer Ver­fah­rens­li­zen­zen an Be­trei­ber der Cre­a­Sol­v® Tech­no­lo­gie im deut­schen, eu­ro­päi­schen und glo­ba­len Um­feld.

Schubert setzt auf Wachstum in Nordamerika

Das Un­ter­neh­men Ger­hard Schu­bert GmbH nimmt die­ses Jahr erst­ma­lig an der Pro­Food Tech Show in Chi­ca­go vom 26. bis 28. März 2019 teil. „Un­se­re Kun­den ha­ben jetzt die Wahl zwi­schen ...

Kennzeichnungsprozesse bei der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft

Über 50 Pro­zent des in Deutsch­land ge­trun­ke­nen Weins stammt aus hei­mi­scher Her­stel­lung. Würt­tem­berg zählt zu den wich­ti­gen An­bau­ge­bie­ten. Von den fast 25.000 hie­si­gen Win­zern be­wirt­schaf­tet die über­wie­gen­de Mehr­heit we­ni­ger als ...

INTERNATIONAL CHANNEL

Exclusive EASTMAN copolyester distributor

Effective 1st March 2019, Albis Plastic will exclusively distribute EASTMAN CHEMICAL’S full Copolyester product portfolio in France and Poland. Albis Plastic has also a close co-operation with EASTMAN in many ...

International Channel ...