VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche



Gefahr der Monopolisierung befürchtet

bvse besorgt über beabsichtigte Übernahme von STEAG-Anteilen durch Remondis

7. Mai 2019

Ver­schie­de­nen Me­di­en zu­fol­ge er­wägt Re­mon­dis beim fünft­größ­ten Stromer­zeu­ger STEAG An­teils­eig­ner zu wer­den. Re­mon­dis sol­le An­tei­le von den be­tei­lig­ten Stadt­wer­ken er­hal­ten, hieß es in den Be­rich­ten. Die­se Ent­wick­lung sieht der Re­cy­cling- und Ent­sor­ger­ver­band bvse mit großer Sor­ge, weil er ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Wett­be­werbs­si­tua­ti­on im Markt für die Müll­ver­bren­nung be­fürch­tet.

Ei­gen­tü­mer des STEAG-Kon­zerns, der im ver­gan­ge­nen Jahr (2018) einen Um­satz von knapp 3 Mil­li­ar­den Euro mach­te, sind bis­her aus­schließ­lich Stadt­wer­ke aus dem Ruhr­ge­biet (Dort­mun­der Stadt­wer­ke AG, Stadt­wer­ke Duis­burg AG, Stadt­wer­ke Bo­chum GmbH, Stadt­wer­ke Es­sen AG, Ener­gie­ver­sor­gung Ober­hau­sen AG, Stadt­wer­ke Dins­la­ken Gmb­H), die über ein Kon­sor­ti­um (KSBG Kom­mu­na­le Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft GmbH & Co. KG) als Ge­sell­schaf­ter der STEAG GmbH auf­tre­ten.

Beim bvse-Bun­des­ver­band Se­kun­där­roh­stof­fe und Ent­sor­gung e.V. wird das Vor­ha­ben von Re­mon­dis, STEAG-An­tei­le zur er­wer­ben, des­halb „sehr kri­tisch“ be­ob­ach­tet.

Schließ­lich be­trei­be Re­mon­dis bis­her schon zahl­rei­che Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men und ge­schäft­li­che Ver­flech­tun­gen mit je­nen Städ­ten, die über die KSBG Kom­mu­na­le Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft GmbH & Co. KG, Es­sen (KSBG) Ei­gen­tü­mer der STEAG sind (z. B. WBO Ober­hau­sen, GMVA Duis­burg Ober­hau­sen, SBD Ser­vice­be­trie­be Duis­burg GmbH, EBE Es­se­ner Ent­sor­gungs­be­trie­be, MVA Ha­gen und Ham­m).

Auch die STEAG sel­ber ist in der Ent­sor­gungs­bran­che ak­tiv. Der Kon­zern be­treibt im Groß­raum Ber­lin das In­dus­trie­kraft­werk Rü­ders­dorf und die Ther­mi­sche Ab­fall­be­hand­lung Lauta, die vor al­lem Sied­lungs­ab­fäl­le als Brenn­stoff ein­set­zen.

Das Un­ter­neh­men be­zeich­net sich sel­ber als Spe­zia­list in der Er­zeu­gung von Strom und Wär­me auf Ba­sis an­spruchs­vol­ler Brenn­stof­fe und Tech­no­lo­gi­en. Die­ses Know-how will der Kon­zern künf­tig ver­stärkt im Be­reich der Ab­fall­ver­bren­nung nut­zen. Als Be­trei­ber ei­ge­ner An­la­gen plant das Toch­ter­un­ter­neh­men STEAG Was­te to Ener­gy des­halb, den An­teil er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en in der Strom- und Wär­me­pro­duk­ti­on im Kon­zern-Port­fo­lio aus­zu­bau­en.

Re­mon­dis wie­der­um ver­fügt be­reits über eine Viel­zahl von Müll­ver­bren­nungs­an­la­gen, Be­tei­li­gun­gen oder Kon­tin­gent­ver­trä­ge in Müll­ver­bren­nungs­an­la­gen oder Kraft­wer­ken. Der Ent­sor­gungs­kon­zern ist der zweit­größ­te ther­mi­sche Ver­wer­ter in Deutsch­land und hat bun­des­weit eine markt­be­herr­schen­de Stel­lung in die­sem Seg­ment, da das Un­ter­neh­men bei ei­ner ka­pa­zi­täts­be­zo­ge­nen Markt­be­trach­tung tat­säch­lich Zu­griff auf rund 40 % der für pri­va­te Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men zu­gäng­li­chen An­la­gen­ka­pa­zi­tä­ten ha­ben dürf­te, wie Prof. Dr. Jus­tus Hau­cap in ei­nem Gut­ach­ten er­läu­tert.

"Wir be­fürch­ten au­ßer­dem, wenn die öf­fent­lich ge­wor­de­nen Plä­ne rea­li­siert wer­den, dass sich die­ses neu ge­schaf­fe­ne Netz­werk durch ein ko­or­di­nier­tes Markt­ver­hal­ten wei­te­re er­heb­li­che Wett­be­werbs­vor­tei­le ver­schaf­fen wird", so Eric Reh­bock, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des bvse-Bun­des­ver­band Se­kun­där­roh­stof­fe und Ent­sor­gung.

Schon im vom bvse be­auf­trag­ten Gut­ach­ten von Prof. Dr. Jus­tus Hau­cap zu den wett­be­werbs­öko­no­mi­schen Aus­wir­kun­gen der DSD Über­nah­me durch Re­mon­dis wird auf die­se Pro­ble­ma­tik ver­tieft ein­ge­gan­gen. So weist Hau­cap dar­auf hin, dass Re­mon­dis auf dem Ver­bren­nungs­markt mit zahl­rei­chen PPP-Be­tei­li­gun­gen kom­mu­nal ver­netzt ist. Die Kos­ten kom­mu­na­ler An­la­gen wür­den im We­sent­li­chen durch die Ab­fall­ge­büh­ren­zah­ler ge­tra­gen, wes­halb Re­mon­dis – im Ver­gleich zu herr­schen­den Markt­be­din­gun­gen – über ver­gleichs­wei­se güns­ti­ge Ver­bren­nungs­ka­pa­zi­tä­ten ver­fü­ge.

Hieraus lie­ße sich nach Dar­stel­lung des bvse ein er­heb­li­cher Wett­be­werbs­vor­teil ge­ne­rie­ren. In der Ent­sor­gungs­bran­che stel­le al­lei­ne schon die Ver­fü­gungs­ge­walt über Ver­bren­nungs­ka­pa­zi­tä­ten einen er­heb­li­chen Trumpf dar. Die Ver­bren­nungs­ka­pa­zi­tä­ten sind deutsch­land­weit knapp und be­gehrt und die Ver­bren­nungs­kos­ten stei­gen dement­spre­chend kon­ti­nu­ier­lich.

Das Bun­des­kar­tell­amt hat in sei­nem Be­schluss vom 12. De­zem­ber 2018 zur Über­nah­me von He­le­ne Mün­te­fe­ring-Go­ckeln durch Re­mon­dis ähn­lich ar­gu­men­tiert. Die Wett­be­werbs­hü­ter führ­ten aus, dass Re­mon­dis über einen ganz er­heb­li­chen Teil der Ver­bren­nungs­ka­pa­zi­tä­ten für Ge­wer­be­ab­fäl­le ver­fü­ge. Wei­ter hieß es, dass die Ak­qui­se von Ab­fall­men­gen aus dem Aus­land die Mög­lich­keit bie­te, die Ka­pa­zi­tä­ten der An­la­gen je­den­falls in Zei­ten oh­ne­hin ho­her Ver­bren­nungs­men­gen an ihre Gren­zen zu füh­ren. Da­durch könn­ten Pro­ble­me für Wett­be­wer­ber bei der Ab­steue­rung der von ih­nen er­fass­ten Men­gen ent­ste­hen, de­nen Re­mon­dis nicht aus­ge­setzt sei.

Die sich da­durch er­ge­be­ne Über­le­gen­heit könn­te durch Re­mon­dis aus­ge­nutzt wer­den, um durch die Ge­stal­tung der Ver­bren­nungs­prei­se Ein­fluss auf das Wett­be­werbs­ge­sche­hen zu neh­men und Wett­be­wer­ber zu schä­di­gen oder gar aus dem Markt zu drän­gen, be­fürch­tet der bvse.

Eric Reh­bock: "Wir se­hen des­halb mit großer Sor­ge, wie hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren über den Ver­kauf öf­fent­li­cher Be­tei­li­gun­gen ver­han­delt wird. We­gen der be­trächt­li­chen Markt­macht von Re­mon­dis im Be­reich der Müll­ver­bren­nungs­an­la­gen stellt sich durch­aus auch die Fra­ge, ob Re­mon­dis kar­tell­recht­lich über­haupt in der Lage ist, eine Be­tei­li­gung an der STEAG zu er­wer­ben."

Der bvse ver­weist dar­auf, dass der An­teil­s­er­werb auf­grund der ho­hen Um­sät­ze bei der EU-Kom­mis­si­on wohl an­mel­de­pflich­tig wäre. Da­her sei es durch­aus denk­bar, dass auch hier, wie im Fall Re­mon­dis/DSD, eine Zu­rück­ver­wei­sung an das Bun­des­kar­tell­amt zur na­tio­na­len Prü­fung er­fol­gen wür­de.

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