VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche

Kapazitäten für wachsenden Markt

WURZENER installiert integrierte Komplettverpackungslösungen für Snacks

26. Oktober 2020, von Dr. Klaus Bremer

Weithin sichtbare Landmarke: In den 100 Jahre alten Mühlenbauten produziert WURZENER „von oben nach unten“.

Quelle: WURZENER Nahrungsmittel GmbH

Sal­zi­ge Snacks ha­ben in Deutsch­land eine hohe Nach­fra­ge, die auch von der WUR­ZE­NER Nah­rungs­mit­tel GmbH be­dient wird. Um die­sem wach­sen­den Markt ge­recht zu wer­den, wur­de in drei neue Ver­pa­ckungs­li­ni­en für ex­tru­dier­te Mais-Snacks in­ves­tiert. Durch den Ein­satz der in­te­grier­ten Kom­plett­ver­pa­ckungs­lö­sung Is­hi­da iTPS (In­te­gra­ted To­tal Packa­ging Sys­tem) ge­lan­gen Erd­nuss­flips & Co. mit Hoch­leis­tung in ihre Beu­tel.

„Snacks und vor al­lem die Erd­nuss­flips sind Top­sel­ler bei WUR­ZE­NER“, er­klärt Ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Kuhl. Ge­ra­de im Be­reich der Han­dels­mar­ken sieht Kuhl für sein Un­ter­neh­men „sehr gute Markt­chan­cen“. Ein Aus­bau der Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten war da­her kon­se­quent. WUR­ZE­NER star­te­te mit der Er­neue­rung der Ver­pa­ckungs­tech­nik. Die ent­spre­chen­den An­la­gen da­tier­ten aus den 1990er-Jahren und ihre Leis­tung ge­nüg­te nicht mehr den An­sprü­chen. Ver­schär­fend hin­zu kam der Um­stand, dass nur zwei Ver­pa­ckungs­li­ni­en für drei Pro­duk­ti­ons­li­ni­en zur Ver­fü­gung stan­den. Im Herbst 2019 in­ves­tier­te WUR­ZE­NER in drei neue Ver­pa­ckungs­li­ni­en für ex­tru­dier­te Snacks wie Erd­nuss­flips, Zwie­bel­rin­ge und Kä­se­bäl­le. Kern­stück der An­la­gen ist je­weils die Tech­no­lo­gie Is­hi­da iTPS. Das kom­plett in­te­grier­te Snacks-Verpackungssystem kom­bi­niert eine Mehr­kopf­waa­ge der Hoch­leis­tungs­se­rie CCW-RV mit der welt­weit schnells­ten ver­ti­ka­len Form-Fill-Seal-Schlauchbeutelmaschine für Snack­pro­duk­te In­spi­ra. Bei­de Ma­schi­nen sind op­ti­mal auf­ein­an­der ab­ge­stimmt und wer­den mit ei­ner zen­tra­len Be­dienein­heit ge­steu­ert.

Produktionsprozesse „von oben nach unten“

WUR­ZE­NER pro­du­ziert die ex­tru­dier­ten Snacks in ei­nem mo­nu­men­ta­len his­to­ri­schen Müh­len­bau. Dort läuft die Pro­zess­ket­te „von oben nach un­ten“: Der in luf­ti­ger Höhe im Turm ge­la­ger­te Mais­grieß wird in dar­un­ter lie­gen­den Eta­gen ver­ar­bei­tet und die fer­ti­gen Snacks er­rei­chen schließ­lich über De­cken­durch­brü­che den Ver­pa­ckungs­be­reich. Die Snacks stel­len we­gen ih­rer Stück­ge­wich­te von le­dig­lich 1 g eine an­spruchs­vol­le Auf­ga­be für die Hoch­leis­tungs-Verpackung dar. Au­ßer­dem gilt es, den Ab­rieb der ge­schmacks­ge­ben­den Auf­trags­mas­se zu mi­ni­mie­ren, weil Ab­la­ge­run­gen zu Las­ten der Ge­schwin­dig­keit ge­hen und häu­fi­ge­re Rei­ni­gun­gen er­for­der­lich ma­chen.

Abfüllgeschwindigkeit fast verdoppelt

Mit den neuen Mehrkopfwaagen CCW-RV konnte die Abfüllgeschwindigkeit fast verdoppelt werden.

Quelle: Ishida

Die Snacks er­rei­chen durch Trich­ter die auf ei­nem Po­dest plat­zier­ten Mehr­kopf­waa­gen CCW-RV. Wie­ge­zel­len un­ter den Ver­teil­tel­lern er­mög­li­chen eine gleich­mä­ßi­ge Be­schi­ckung der Ra­di­al­rin­nen. Über die vi­brie­ren­den Rin­nen ge­lan­gen die Pro­duk­te zu ei­nem Ring mit 14 Vor­scha­len, wel­che sie kurz auf­neh­men und dann einen wei­te­ren Ring mit Wie­ge­scha­len be­schi­cken. So­bald eine Wie­ge­scha­le leer und zur nächs­ten Ab­fül­lung be­reit ist oder zu­sätz­li­ches Pro­dukt be­nö­tigt, er­folgt ein Si­gnal an die ent­spre­chen­de Vor­scha­le. In Se­kun­den­bruch­tei­len er­mit­telt eine Soft­wa­re si­mul­tan die drei bes­ten Kom­bi­na­tio­nen, prüft sie er­neut und wählt die­je­ni­ge aus, die dem Ziel­ge­wicht am nächs­ten kommt.

WUR­ZE­NER schafft mit den Mehr­kopf­waa­gen deut­lich mehr Tak­te als mit der frü­her prak­ti­zier­ten vo­lu­me­tri­schen Do­sie­rung. Ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Kuhl nennt ex­em­pla­risch die gän­gi­ge Beu­tel­ver­pa­ckung mit 150 g Füll­ge­wicht, bei de­ren Ab­fül­lung sich die Leis­tung von 60 auf über 100 Tak­te er­höht hat. „Die stark ver­bes­ser­te Ge­nau­ig­keit ist für uns eben­falls wich­tig“, so Kuhl. Nach sei­nen An­ga­ben konn­te die Über­fül­lung von 7,5 % auf bei­na­he Null ge­senkt wer­den.

Die Über­ga­be der Pro­dukt­por­tio­nen an die Schlauch­beu­tel­ma­schi­nen er­folgt durch Fall­roh­re mit Me­tall­de­tek­to­ren. Die­se in­te­grier­te und platz­spa­ren­de Qua­li­täts­kon­trol­le wer­tet Ste­fan Kuhl als „zu­sätz­li­chen Vor­teil der neu­en Ver­pa­ckungs­lö­sung“.

Einwandfreie Siegelnähte ohne Produkteinschlüsse

Mehrkopfwaagen und Schlauchbeutelmaschinen sind optimal aufeinander abgestimmt und werden mit einer zentralen Bedieneinheit gesteuert.

Quelle: Ishida

Die Schlauch­beu­tel­ma­schi­nen Is­hi­da In­spi­ra eig­nen sich für eine brei­te Pa­let­te von Fo­li­en­ma­te­ria­li­en und -for­ma­ten. Bei WUR­ZE­NER pro­du­zie­ren sie längs­ge­sie­gel­te Flach­beu­tel in sie­ben For­ma­ten zwi­schen 75 g und 450 g. Trotz der großen Ge­schwin­dig­keit sind eine her­vor­ra­gen­de Ver­pa­ckungs­qua­li­tät und ab­so­lut in­tak­te Sie­gelnäh­te ver­langt. Weil die Beu­tel kein Schutz­gas ent­hal­ten, kann nur ihre Dicht­heit eine Oxi­da­ti­on der Snacks ver­hin­dern. Für eine gleich­mä­ßi­ge Fo­li­en­zu­fuhr sor­gen au­to­ma­ti­sche Zen­trier- und Spann­funk­tio­nen. Die Ver­sie­ge­lung ge­schieht mit ho­hem Druck, wo­bei Pro­duktein­schlüs­se durch einen Strip­ping-Mechanismus so­wie eine Pro­dukt-in-Siegelnaht-Detektion an den Schweiß­ba­cken ver­hin­dert wer­den. Wei­ter­hin ver­fü­gen die Schlauch­beu­tel­ma­schi­nen über Va­ku­um­pum­pen, die für ein ge­nau de­fi­nier­tes Luft­vo­lu­men in den Snacks­beu­teln sor­gen. So kann WUR­ZE­NER si­cher sein, dass bei der End­ver­pa­ckung auch im­mer die ge­wünsch­te Stück­zahl in die Sam­mel­kar­tons hin­ein­passt.

Pro­dukt­wech­sel wer­den durch 500 Vor­ein­stel­lun­gen er­leich­tert und Kom­po­nen­ten wie Form­rohr, Fo­li­en­spin­del oder Spann­rol­le las­sen sich ein­fach ent­fer­nen und wie­der ein­set­zen. Die of­fe­ne Rah­men­kon­struk­ti­on der Schlauch­beu­tel­ma­schi­nen er­laubt gu­ten Zu­gang für War­tung und Rei­ni­gung. Ste­fan Kuhl be­schei­nigt den Snacks­beu­teln heu­te „eine ge­ne­rell hö­he­re Qua­li­tät“, es gebe we­ni­ger Aus­schleu­sun­gen und auch den Ab­fall durch Ver­schnitt und Fehl­beu­tel habe man re­du­ziert.

WUR­ZE­NER ar­bei­tet mit der Kom­plett­ver­pa­ckungs­lö­sung Is­hi­da iTPS im Drei­schicht­be­trieb. Die In­ves­ti­ti­on in die An­la­gen wird sich nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben in­ner­halb von 2,5 Jah­ren amor­ti­siert ha­ben. Ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Kuhl be­grün­det die Ent­schei­dung für Is­hi­da zum einen mit der großen Ex­per­ti­se des Tech­no­lo­gie­her­stel­lers im Snacks­be­reich. Dar­über hin­aus sei die In­te­gra­ti­on der Ma­schi­nen in ei­nem Sys­tem aus­schlag­ge­bend ge­we­sen. „Schlauch­beu­tel­ma­schi­nen­her­stel­ler gibt es vie­le, An­bie­ter von Mehr­kopf­waa­gen schon we­ni­ger und bei­des aus ei­ner Hand bie­tet nur Is­hi­da“, so Kuhl.

Die Wur­ze­ner Nah­rungs­mit­tel GmbH mit Sitz in Wur­zen bei Leip­zig wur­de 1847 als Wur­ze­ner Kunst­müh­len und Bis­quit­fa­bri­ken AG ge­grün­det. Zu DDR-Zeiten war das Un­ter­neh­men als VEB Nah­rungs­mit­tel­kom­bi­nat Al­bert Kuntz der größ­te Le­bens­mit­tel­pro­du­zent des Lan­des und wur­de nach der Wen­de durch die Ge­trei­de AG aus Rends­burg über­nom­men.

Heu­te ver­folgt der Her­stel­ler mit der Ei­gen­mar­ke WUR­ZE­NER eine re­gio­na­le Stra­te­gie für die neu­en Bun­des­län­der und ist dar­über hin­aus mit vie­len Han­dels­mar­ken auch na­tio­nal ver­tre­ten. Im Sor­ti­ment fin­den sich über 50 Pro­duk­te, ne­ben sal­zi­gen Snacks wer­den bei­spiels­wei­se auch Ce­rea­li­en, Hül­sen­früch­te und Müh­len­pro­duk­te ge­fer­tigt. Das mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men be­schäf­tigt rund 100 Mit­ar­bei­ter. www.wurzener.de

Die Is­hi­da GmbH in Schwä­bisch Hall ist die für Deutsch­land und Ös­ter­reich zu­stän­di­ge Nie­der­las­sung von Is­hi­da Eu­ro­pe (Bir­ming­ham, Eng­land). Das Un­ter­neh­men kon­zi­piert, pro­du­ziert und in­stal­liert Wie­ge- und Ver­pa­ckungs­tech­no­lo­gi­en für den Food- und den Non-Food-Bereich. An­ge­bo­ten wer­den Ma­schi­nen für das Ver­wie­gen, das Ab­fül­len und Ver­pa­cken so­wie die Qua­li­täts­kon­trol­le. Kun­den er­hal­ten auch kom­plet­te Li­ni­en­lö­sun­gen und Ser­vice aus ei­ner Hand. www.ishidaeurope.com/de

(kb)

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