VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche

HolyGrail2.0: Mit Arburg in die nächste Runde

Kunststoffabfälle mittels digitaler Wasserzeichen sortenrein sortieren

19. November 2020, von Susanna Stock

So funktioniert Circular Economy: Monomaterial-Produkte z. B. aus PP können dank digitaler Wasserzeichen sortenrein getrennt und als Rezyklat in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Quelle: Arburg

Mit dem Pro­gramm ar­burg­GREEN­world en­ga­giert sich der Spritz­gieß­ma­schi­nen-Hersteller Ar­burg für Cir­cu­lar Eco­no­my und Res­sour­cen­scho­nung. Ge­mein­sam mit re­nom­mier­ten Part­nern wird un­ter an­de­rem an in­no­va­ti­ven Tech­no­lo­gi­en für eine ge­schlos­se­ne Kreis­l­auf­wirt­schaft ge­ar­bei­tet. Dazu zählt das Vor­ha­ben „Ho­ly­Grail2.0“ für sor­ten­rei­nes Sor­tie­ren von Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen mit­tels di­gi­ta­ler Was­ser­zei­chen. Das Pro­jekt ist jüngst in die nächs­te Run­de ge­gan­gen und wird seit Sep­tem­ber 2020 un­ter der Schirm­herr­schaft des Eu­ro­päi­schen Mar­ken­ver­bands AIM vor­an­ge­trie­ben. Da­bei ist Ar­burg un­ter den mehr als 85 Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen ent­lang der ge­sam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te der ein­zi­ge Her­stel­ler von Spritz­gieß­ma­schi­nen.

„Be­reits in der Pi­lot­pro­jekt-Phase von Ho­ly­Grail ha­ben wir am Bei­spiel von IML (In-Mould-Labelling)-Bechern aus Mo­no­ma­te­ri­al ge­zeigt, dass die Tech­no­lo­gie mit di­gi­ta­len Was­ser­zei­chen prin­zi­pi­ell aus­ge­zeich­net funk­tio­niert“, er­klärt Bert­ram Stern, Packa­ging und Cir­cu­lar Eco­no­my Ma­na­ger bei Ar­burg. „Jetzt geht es dar­um, das Pro­jekt eu­ro­pa­weit aus­zu­bau­en mit dem Ziel, Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen auf die­se Wei­se auch im großen Maß­stab sor­ten­rein zu tren­nen so­wie ‚smart‘ und be­triebs­wirt­schaft­lich zu re­cy­celn.“

Digitale Wasserzeichen: Für den Endverbraucher unsichtbar (links) sind Informationen als „digitaler Pass“ direkt auf dem Kunststoff oder zugehörigem Label hinterlegt (rechts visualisiert).

Quelle: Arburg

Am eu­ro­pa­wei­ten Pro­jekt, das im Sep­tem­ber 2020 star­te­te und im Som­mer 2022 ab­ge­schlos­sen wer­den soll, be­tei­ligt sich Ar­burg in ver­schie­de­nen Ar­beits­krei­sen. Der Ver­band AIM mit Sitz in Brüs­sel ko­or­di­niert die Ak­ti­vi­tä­ten un­ter Be­rück­sich­ti­gung der ak­tu­el­len EU-Gesetzgebung. „Der rege Aus­tausch mit Ver­bän­den und nam­haf­ten Part­nern wie Bei­ers­dorf, Dow, Hen­kel, Nestlé und Sick bringt si­cher vie­le Im­pul­se. Ge­mein­sam wer­den wir Ho­ly­Grail2.0 er­folg­reich und ef­fi­zi­ent vor­an­brin­gen“, ist Bert­ram Stern über­zeugt. Nach Ent­wick­lung ei­nes Ver­pa­ckungs­kon­zepts ist ge­plant, im Früh­jahr 2021 mit der semi-industriellen Test­pha­se zu be­gin­nen. Die EU-Gesetzgebung sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 eu­ro­pa­weit alle Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen wie­der­ver­wend­bar, leicht re­cy­cel­bar oder kom­pos­tier­bar sind. Die Wie­der­ver­wer­tungs- und Re­cy­cling­quo­te soll da­bei 60 % be­tra­gen.

Mit digitalen Wasserzeichen „intelligent“ sortieren

„Smarte“ Spritzgießmaschinen von Arburg sind in der Lage, Rezyklate schwankender Qualitäten zu verarbeiten. So produzierte ein Allrounder 820 H in Packaging-Ausführung IML-Becher mit digitalen Wasserzeichen.

Quelle: Arburg

Ein ef­fi­zi­en­tes und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Re­cy­cling ist nur mög­lich, wenn Kunst­stof­f­ab­fäl­le sinn­voll ge­sam­melt und op­ti­mal sor­tiert wer­den und alle in­dus­tri­el­len Pro­zes­se des Wert­stoff­kreis­laufs di­gi­ta­li­siert und mit­ein­an­der ver­knüpft sind. Ge­nau hier setzt die Ho­ly­Grail2.0-Initiative für di­gi­ta­le Was­ser­zei­chen auf Ver­pa­ckun­gen an.

Die di­gi­ta­len Was­ser­zei­chen sind für den End­ver­brau­cher un­sicht­ba­re, brief­mar­ken­große Ko­die­run­gen di­rekt auf der Ober­flä­che oder dem zu­ge­hö­ri­gen Eti­kett. Die ein­zel­nen Ka­chel­mus­ter wer­den über mi­kro­to­po­lo­gi­sche Va­ria­tio­nen im Trä­ger­ma­te­ri­al er­zeugt und zu ei­ner mo­sa­ik­ar­ti­gen Gra­fik ver­viel­facht. Sie bil­den einen „di­gi­ta­len Pass“, von dem ein Bruch­stück aus­reicht, um z. B. An­ga­ben zum Her­stel­ler, den ver­ar­bei­te­ten Ma­te­ria­li­en und Ein­tei­lung in „le­bens­mit­tel­taug­lich oder nicht“ ab­zu­ru­fen. In Sor­tier­an­la­gen las­sen sich die In­for­ma­tio­nen mit ei­ner hoch­auf­lö­sen­den Ka­me­ra aus­le­sen. An Su­per­markt­kas­sen oder für End­ver­brau­cher funk­tio­niert dies über Scan­ner oder per App mit mo­bi­len End­ge­rä­ten. Auf die­se Wei­se las­sen sich über die ge­sam­te Le­bens­dau­er des Pro­dukts be­lie­bi­ge Zu­satz­in­for­ma­tio­nen z. B. auch zur Ver­füg­bar­keit, Ver­wen­dung oder Ent­sor­gung ab­fra­gen.

Ar­burg hat be­reits nach­hal­tig und in­ten­siv Er­fah­rung mit der Tech­no­lo­gie auf Ba­sis di­gi­ta­ler Was­ser­zei­chen ge­sam­melt. In der Pi­lot­pha­se von Ho­ly­Grail fer­tig­te ein hy­bri­der All­roun­der 820 H in Packa­ging-Ausführung in ei­ner Zy­klus­zeit von 5,8 Se­kun­den je zwei IML-Becher aus bio­ba­sier­tem PP. Eine IML-Automation leg­te die zu­ge­hö­ri­gen PP-Labels des Part­ners Ver­strae­te ein und ent­nahm gleich­zei­tig die Fer­tig­tei­le. Auf den Eti­ket­ten be­fan­den sich die di­gi­ta­len Was­ser­zei­chen. Über die pas­sen­de App konn­ten dar­über In­hal­te zur Mo­no­ma­te­ri­al-Verpackung so­wie zur Ver­wen­dung und Ent­sor­gung des Pro­dukts ab­ge­fragt wer­den.

(st)

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