VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche

INVERTO-Studie: Verpackungen sollen umweltfreundlicher werden

Verbraucher zu höheren Ausgaben zu bewegen

03. Dezember 2020, von Susanna Stock

INVERTO-Studie: Verpackungen sollen umweltfreundlicher werden / Mehrheit der Verbraucher würde Mehrkosten akzeptieren.

Quelle: Inverto

Plas­tik­steu­er, Ein­weg­tü­ten­ver­bot, CO2-Zertifikate – die Po­li­tik lässt sich ei­ni­ges ein­fal­len, um die Flut des Plas­tik­mülls ein­zu­däm­men. Auch im­mer mehr Kon­su­men­ten se­hen her­kömm­li­che Ver­pa­ckun­gen kri­tisch. Für Han­del, Kon­sum­gü­ter­her­stel­ler und Ver­pa­ckungs­pro­du­zen­ten ha­ben nach­hal­ti­ge Lö­sun­gen da­her hohe Prio­ri­tät. Al­ler­dings hem­men Kom­ple­xi­tät und ein Man­gel ge­eig­ne­ter Ma­te­ria­li­en die Ent­wick­lung, wie eine Stu­die von IN­VER­TO, der auf Ein­kauf und Sup­ply Chain Ma­na­ge­ment spe­zia­li­sier­ten Toch­ter der Bo­ston Con­sul­ting Group, er­ge­ben hat.

Für die Hälf­te al­ler Be­frag­ten und so­gar drei Vier­tel der Ver­pa­ckungs­her­stel­ler ha­ben nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen heu­te schon eine sehr große Be­deu­tung. 86 % ge­hen da­von aus, dass der Be­darf in den kom­men­den Jah­ren wei­ter steigt. Ak­tu­ell be­zif­fern die meis­ten Stu­dien­teil­neh­mer den An­teil nach­hal­ti­ger Ver­pa­ckun­gen in ih­rem Un­ter­neh­men auf ma­xi­mal 25 %. In fünf Jah­ren, so die Er­war­tung, soll min­des­tens die Hälf­te al­ler Wa­ren um­welt­scho­nend ver­packt wer­den. Die Un­ter­neh­men ge­ben umso ehr­gei­zi­ge­re Zie­le an, je stär­ker sie da­von über­zeugt sind, dass nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen Image- und Wett­be­werbs­vor­tei­le brin­gen.

Die Komplexität ist hoch, die Verfügbarkeit niedrig

Wann eine Ver­pa­ckung das Prä­di­kat „nach­hal­tig“ ver­dient, ist je­doch nicht ein­deu­tig ge­klärt. Auch ge­hen nicht alle Nach­hal­tig­keits­zie­le Hand in Hand – zum Bei­spiel scho­nen Mehr­weg­fla­schen Res­sour­cen, ver­ur­sa­chen aber vie­le CO2-Emissionen, wenn sie über Hun­der­te Ki­lo­me­ter trans­por­tiert wer­den. Pa­pier und Pap­pe be­ste­hen aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen und las­sen sich gut re­cy­celn. Wer­den Kar­to­na­gen al­ler­dings be­schich­tet, etwa um was­ser­dicht zu sein, bleibt die nicht ver­wert­ba­re Plas­tik­fo­lie üb­rig und muss ver­brannt wer­den.

Dement­spre­chend be­klagt über die Hälf­te der Stu­dien­teil­neh­mer die hohe Kom­ple­xi­tät des The­mas. Für in­ter­na­tio­nal agie­ren­de Un­ter­neh­men steigt die Her­aus­for­de­rung zu­sätz­lich durch un­ter­schied­li­che recht­li­che Vor­ga­ben. Einen Über­blick über alle ver­füg­ba­ren nach­hal­ti­gen Lö­sun­gen trau­en sich nur 75 % der Ver­pa­ckungs­her­stel­ler zu, bei Han­del und Kon­sum­gü­ter­pro­du­zen­ten lie­gen die Zah­len so­gar un­ter 50 %. Das könn­te al­ler­dings auch dar­an lie­gen, dass rund zwei Drit­tel der Be­frag­ten in ih­ren Ein­kaufs­ab­tei­lun­gen über be­grenz­tes Know-how und Ka­pa­zi­tä­ten ver­fü­gen. So über­rascht es nicht, dass gut die Hälf­te der Teil­neh­mer bis­wei­len Pro­ble­me hat, aus­rei­chend Roh­ma­te­ri­al für nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen zu be­kom­men.

Nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen sind oft teu­rer als her­kömm­li­che – so kos­tet etwa Re­cy­cling-Kunststoff mehr als Neu­wa­re. An der Fra­ge, ob die Ver­brau­cher be­reit sind, die­se Mehr­kos­ten zu tra­gen, schei­den sich die Geis­ter: 50 % der be­frag­ten Ex­per­ten aus den Un­ter­neh­men glau­ben das nicht, wäh­rend 46 % dar­auf ver­trau­en, dass sie zu­min­dest einen Teil der Kos­ten wei­ter­ge­ben kön­nen.

So wür­den 72 % der Teil­neh­mer einen Preis­auf­schlag von min­des­tens 10 % ak­zep­tie­ren, wenn ein Pro­dukt nach­hal­tig ver­packt ist. Für knapp 30 % wäre so­gar eine Stei­ge­rung von über 20 % an­nehm­bar.

Jün­ge­re Be­frag­te zei­gen sich da­bei auf­ge­schlos­se­ner als äl­te­re: Von den Teil­neh­mern un­ter 30 Jah­ren leh­nen nur 11 % einen Preis­auf­schlag ge­ne­rell ab, wäh­rend bei der Al­ters­grup­pe zwi­schen 30 und 49 Jah­ren 27 % und bei den Be­frag­ten über 50 gar 37 % nicht be­reit sind, für eine nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckung mehr zu zah­len als für eine her­kömm­li­che. Im Ge­sam­t­er­geb­nis zeigt sich da­mit, dass Her­stel­ler und Händ­ler durch­aus die Mög­lich­keit ha­ben, hö­he­re Kos­ten an die Ver­brau­cher wei­ter­zu­ge­ben, wenn sie die Preis­s­tei­ge­rung glaub­wür­dig be­grün­den kön­nen.

Ziele definieren und Transparenz schaffen

Un­ter­neh­men, die auf nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen um­stel­len oder den An­teil er­hö­hen wol­len, soll­ten zu­nächst Schwer­punk­te fest­le­gen und sich dement­spre­chend einen Markt­über­blick ver­schaf­fen. Denn: Je nach­dem, ob der Fo­kus auf nach­wach­sen­den Roh­stof­fen, Re­cy­cling­fä­hig­keit oder CO2-Fußabdruck lie­gen soll, sieht die Ver­pa­ckungs­lö­sung an­ders aus. Kos­ten­kal­ku­la­tio­nen soll­ten ne­ben Ma­te­ri­al­kos­ten auch Zu­satz­auf­wän­de be­rück­sich­ti­gen, die etwa durch neue Ma­schi­nen oder ver­än­der­te Pro­duk­ti­ons­ge­schwin­dig­keit ent­ste­hen.

Wich­tig ist aber nicht nur die Kos­ten­sei­te, be­tont Ru­dolf Tret­ten­brein, Ge­schäfts­füh­rer von IN­VER­TO und Ex­per­te für Nach­hal­tig­keit in Han­del und Kon­sum­gü­ter­bran­che: „Wer jetzt in­ves­tiert, si­chert sich Wett­be­werbs­vor­tei­le und Image­ge­winn. Au­ßer­dem wer­den die Prei­se für her­kömm­li­che Ver­pa­ckun­gen durch die ge­plan­ten Steu­ern und Ab­ga­ben wei­ter stei­gen. Lang­fris­tig zahlt sich Nach­hal­tig­keit also aus.“

Studiendesign

147 Teil­neh­mer nah­men an der IN­VER­TO-Studie „Nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen“ teil. 46 % von ih­nen sind in der Kon­sum­gü­ter­in­dus­trie tä­tig, 34 % im Han­del und 20 % bei Ver­pa­ckungs­pro­du­zen­ten. Etwa die Hälf­te der be­frag­ten Un­ter­neh­men er­wirt­schaf­tet einen Um­satz von über 500 Mil­lio­nen Euro im Jahr. Für die Kon­su­men­te­num­fra­ge be­frag­te das In­sti­tut IN­NO­FACT 1.021 Män­ner und Frau­en zwi­schen 18 und 69 Jah­ren.

In­ter­es­sier­te kön­nen die Stu­diener­geb­nis­se und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen bei in­ver­to.com her­un­ter­la­den.

(st)

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