VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche

Remote Commissioning in die Praxis umgesetzt

BEUMER Group nimmt Anlage aus 4.000 Kilometern Entfernung in Betrieb

14. Januar 2021, von Dr. Klaus Bremer

Vom Backoffice aus wird der Anwender durch die Inbetriebnahme geführt.

Quelle: BEUMER Group GmbH & Co. KG

Dass ein­zel­ne Kom­po­nen­ten re­mo­te, also nicht di­rekt am Ge­rät, son­dern aus der Fer­ne, pa­ra­me­triert und in Be­trieb ge­nom­men wer­den, ist Dank der Di­gi­ta­li­sie­rung kei­ne Sel­ten­heit mehr. Die BEU­MER Group denkt wei­ter und nimmt erst­mals eine kom­plet­te Ver­pa­ckungs­an­la­ge samt Pa­let­tie­rer in Be­trieb – aus über 4.000 Ki­lo­me­tern Ent­fer­nung.

Kun­den bei Stö­run­gen oder Still­stän­den be­ste­hen­der An­la­gen zu hel­fen, ist für die BEU­MER Group kein Pro­blem – auch aus der Fer­ne. Vor ei­ner völ­lig neu­en Si­tua­ti­on stand der Sys­teman­bie­ter als eine ge­plan­te In­be­trieb­nah­me mit der Ent­sen­dung von Ser­vice­per­so­nal vor Ort auf Grund der Rei­se­be­schrän­kun­gen durch die Co­ro­na-Pandemie nicht durch­ge­führt wer­den konn­te. Die BEU­MER Group rea­gier­te fle­xi­bel und stell­te die Wei­chen auf Re­mo­te-Commissioning – die In­be­trieb­nah­me aus der Fer­ne.

„Der Trig­ger war klar die Pan­de­mie“, er­läu­tert Pe­ter Teich­rib. Er ist Fach­be­reichs­lei­ter im En­gi­nee­ring bei der BEU­MER Group. Je­doch sei die­ses nicht das ein­zi­ge Sze­na­rio, das den neu­en Ser­vice von BEU­MER, die In­be­trieb­nah­me aus der Fer­ne, er­for­der­lich ma­che. Al­les, was den per­sön­li­chen Zu­gang zu An­la­gen und An­wen­dern er­schwert oder un­mög­lich macht ver­langt nach neu­en Lö­sun­gen.

Vor Ort: BEUMER Smart Glasses, Smartphone und Laptop schaffen eine audio-visuelle Verbindung zur BEUMER Group.

Quelle: BEUMER Group GmbH & Co. KG

Als kon­kre­tes Bei­spiel nennt Teich­rib die Ver­pa­ckungs­li­nie des Ze­men­ther­stel­lers Norm LLC in Aser­bai­dschan, die be­reits vor Ort na­he­zu fer­tig mon­tiert war. Die­se An­la­ge be­steht aus zwei Sack­trans­port­li­ni­en, ei­nem La­gen­pa­let­tie­rer BEU­MER pa­let­pac 5000 so­wie der Ver­pa­ckungs­ma­schi­ne BEU­MER stretch hood A. „Alle Kom­po­nen­ten stan­den be­reits kom­plett. Le­dig­lich ei­ni­ge Elek­tro­in­stal­la­tio­nen und die In­be­trieb­nah­me muss­ten noch um­ge­setzt wer­den, als un­se­re Fach­leu­te das Land auf­grund der welt­wei­ten Rei­se­war­nung ver­las­sen muss­ten.“ Für den Kun­den eine hei­kle Si­tua­ti­on: Er hat die Ka­pa­zi­tät der bei­den Ver­pa­ckungs­li­ni­en be­reits ein­ge­plant. Läuft die An­la­ge nicht an, dro­hen ihm Lie­fe­reng­päs­se und Ver­lus­te von Markt­an­tei­len.

Die BEU­MER Group ent­schied sich, eine Fer­nin­be­trieb­nah­me als Pi­lot­pro­jekt zu star­ten. „Die Vor­aus­set­zun­gen wa­ren in die­sem Fall au­ßer­or­dent­lich gut, was si­cher kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit ist“, be­tont Teich­rib. Denn ge­ne­rell müs­sen eine Rei­he von Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sein, da­mit das Pro­jekt „Re­mo­te Com­mis­sio­ning“ über­haupt in Be­tracht ge­zo­gen wer­den kann. Be­reits im Vor­feld muss die An­la­ge vor­ab in­hou­se ge­tes­tet wer­den. „Bei die­ser An­la­ge hat­ten wir in der Tat eine er­wei­ter­te Hausin­be­trieb­nah­me durch­ge­führt, da der BEU­MER pa­let­pac 5000 erst­mals mit der neu­en Steue­rung S7-1500 PLC lief“, sagt der Fach­be­reichs­lei­ter. „Wir woll­ten si­cher­ge­hen, dass spä­ter al­les ein­wand­frei funk­tio­niert. Letzt­lich mach­te die­ser Um­stand das Re­mo­te-Commissioning erst mög­lich.“

Die BEU­MER Group emp­fiehlt zu­dem, dass der BEU­MER stretch hood mit der im Vor­feld ge­tes­te­ten Fo­lie aus­ge­lie­fert wird. So kön­nen even­tu­el­le Qua­li­täts­un­ter­schie­de beim Fo­li­en­ma­te­ri­al als Feh­ler­quel­le bei der In­be­trieb­nah­me aus­ge­schlos­sen wer­den.

Know-how und Technik beidseitig erforderlich

20 Prozent der Elektro-Installation führte der Kunde selber durch – der BEUMER Support überprüfte und dirigierte aus der Ferne mithilfe der BEUMER Smart Glasses.

Quelle: BEUMER Group GmbH & Co. KG

Eine wei­te­re Vor­aus­set­zung für eine er­folg­rei­che Fer­nin­be­trieb­nah­me (re­mo­te com­mis­sio­ning) ist, dass der Kun­de auf qua­li­fi­zier­tes War­tungs- und Be­triebs­per­so­nal zu­rück­grei­fen kann, das vor­zugs­wei­se be­reits mit BEU­MER-Systemen ver­traut ist. Hard­wa­re­sei­tig lie­fern meh­re­re IP-Kameras den not­wen­di­gen Über­blick über die kom­plet­te An­la­ge, wäh­rend die BEU­MER Smart Glas­ses, eine spe­zi­ell hier­für ent­wi­ckel­te Da­ten­bril­le, die BEU­MER Ex­per­ten au­dio-visuell di­rekt mit dem An­wen­der vor Ort ver­bin­den. „Hier­für muss na­tür­lich eine Breit­band-Internetanbindung vor­han­den sein“, wirft Teich­rib ein. Über die Da­ten­bril­le ge­lingt der De­tailblick: Der BEU­MER Sup­port sieht das glei­che wie der Trä­ger vor Ort und kann die rich­ti­gen Hand­grif­fe di­rekt vor­ge­ben. So führt er den An­wen­der Schritt für Schritt durch die In­be­trieb­nah­me.

Die Ka­me­ras und die BEU­MER Smart Glas­ses sind Be­stand­teil des Plug-and-Play-Sets für die Fer­nin­be­trieb­nah­me. Zu die­sem ge­hö­ren au­ßer­dem ein WiFi-Router für die BEU­MER Smart Glas­ses und ein VPN-Client, der auf ei­nem mGuard-Router in­stal­liert ist. Die IP-Kameras müs­sen via LAN-Kabel an­ge­schlos­sen sein, um eine aus­rei­chen­de Bild­qua­li­tät und sta­bi­le Über­tra­gung si­cher­zu­stel­len. „Wir ha­ben die Hard- und Soft­wa­re-Komponenten erst ein­mal hier vor Ort auf­ge­baut und die Kon­fi­gu­ra­ti­on ge­tes­tet. An­schlie­ßend schick­ten wir das kom­plet­te Pa­ket an Norm LLC“, er­zählt Teich­rib. Die­ses Vor­ge­hen hat sich be­währt und ist auch für kom­men­de Re­mo­te-Commissioning-Projekte vor­ge­se­hen.

Den Überblick behalten

Für die­ses Pro­jekt hat die BEU­MER Group kurz­fris­tig ein se­pa­ra­tes Back­of­fi­ce auf­ge­baut: Über vier Mo­ni­to­re und einen Lap­top hat­ten die Ser­vice-Mitarbeiter die Bil­der der IP-Kameras, das Blick­feld der Smart Glas­ses so­wie die über den VPN-Client ge­sen­de­ten Da­ten der An­la­ge im­mer im Blick.

„Breit­band-Internet, Tech­nik und Know-how – bei Norm LLC tra­fen wir auf idea­le Rah­men­be­din­gun­gen, die wir op­ti­mal ge­nutzt ha­ben“, re­sü­miert der Fach­be­reichs­lei­ter. „In­ner­halb kür­zes­ter Zeit konn­ten wir ein Kon­zept er­ar­bei­ten, das uns si­cher und ver­läss­lich durch zu­künf­ti­ge Re­mo­te-Commissioning-Projekte füh­ren wird. Durch stan­dar­di­sier­te Pro­zes­se eli­mi­nie­ren wir Feh­ler­quel­len und kön­nen un­se­ren Kun­den einen zu­ver­läs­si­gen Ser­vice an­bie­ten – schnell und fle­xi­bel.“

Un­ab­hän­gig von äu­ße­ren Um­stän­den: Nimmt die BEU­MER Group durch das Re­mo­te-Commissioning sei­ne An­wen­der di­gi­tal an die Hand, wächst das Ver­ständ­nis und das Know-how für die An­la­gen. Dies mo­ti­viert die Kun­den­mit­ar­bei­ter vor Ort, von dem der An­wen­der eben­so pro­fi­tiert wie die BEU­MER Group – ein bes­se­res Ver­ständ­nis für die An­la­ge wird zu­künf­ti­ge Fern-Wartungen und Re­mo­te-Services deut­lich ver­ein­fa­chen.

Die Re­mo­te-Inbetriebnahme der Ver­pa­ckungs­li­nie bei Norm LLC hat ge­zeigt, dass bei ad­äqua­ten Rah­men­be­din­gun­gen wie gut aus­ge­bil­de­tes War­tungs­per­so­nal und tech­nisch hoch­wer­ti­ge IT-Ausstattung neue Wege be­schrit­ten wer­den kön­nen. Das die BEU­MER Group über die Tech­no­lo­gie und Kom­pe­tenz ver­fügt, dies zu tun, wur­de ein­drucks­voll be­stä­tigt.

(kb)

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