VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche

Closed Loop Partners veröffentlicht Analyse zu Recycling-Technologien

Lösungsmittelbasiertes Kunststoffrecycling zeigt Vorteile in Umweltkategorie

18. November 2021, von Susanna Stock

Quelle: APK AG

Die US-Investmentfirma Clo­sed Loop Part­ners (CLP) hat ih­ren Be­richt „Tran­si­tio­ning to a Cir­cu­lar Sys­tem for Pla­stics: As­ses­sing Mo­le­cu­lar Re­cy­cling Tech­no­lo­gies in the Uni­ted States and Ca­na­da“ ver­öf­fent­licht. Die Stu­die kon­zen­triert sich auf einen be­stimm­ten Teil des Re­cy­cling­s­ys­tems: „mo­le­ku­la­re“ oder „fort­ge­schrit­te­ne“ Re­cy­cling­tech­no­lo­gi­en. Sie un­ter­sucht die po­ten­zi­el­le Rol­le sol­cher Tech­no­lo­gi­en in ei­ner künf­ti­gen Kreis­l­auf­wirt­schaft für Kunst­stof­fe so­wie die po­li­ti­schen, markt- und um­welt­tech­ni­schen Be­din­gun­gen, um eine idea­le Nut­zung die­ses Po­ten­ti­als zu ge­währ­leis­ten. „Der Be­richt von Clo­sed Loop Part­ners bie­tet In­ves­to­ren, die den Rei­fe­grad und die Leis­tungs­fä­hig­keit in­no­va­ti­ver Kunst­stoffre­cy­cling-Technologien ver­ste­hen möch­ten, eine drin­gend be­nö­tig­te Ori­en­tie­rungs­hil­fe“, er­klärt Klaus Wohnig, Vor­stands­vor­sit­zen­der der APK AG. „Die Stu­die ba­siert auf Rah­men­be­din­gun­gen in den USA und Ka­na­da, aber vie­le der zen­tra­len Er­kennt­nis­se zei­gen uni­ver­sel­le Ten­den­zen auf. Wir sind dank­bar, dass Clo­sed Loop Part­ners die APK und ihre Ne­w­cy­cling®-Technologie aus­ge­wählt hat, um Teil die­ses Be­richts zu sein.“

Der Be­richt wur­de in den letz­ten 18 Mo­na­ten vom Cen­ter for the Cir­cu­lar Eco­no­my von Clo­sed Loop Part­ners er­stellt und fügt sich in die um­fas­sen­de­re Ad­van­cing Cir­cu­lar Sys­tems for Pla­stics & Packa­ging In­itia­ti­ve des Un­ter­neh­mens ein. Die Ana­ly­se kon­zen­triert sich auf das mo­le­ku­la­re Re­cy­cling, wel­ches auch als fort­schritt­li­ches Re­cy­cling oder teils che­mi­sches Re­cy­cling be­zeich­net wird. Der Be­griff um­fasst einen viel­fäl­ti­gen Be­reich, mit dut­zen­den von Tech­no­lo­gi­en, dar­un­ter in­no­va­ti­ve werk­stoff­li­che, che­mi­sche und bio­lo­gi­sche Re­cy­clin­gan­sät­ze. Im Rah­men ei­nes Ver­fah­rens wur­den neun Un­ter­neh­men – dar­un­ter die APK AG – als Teil­neh­mer der Stu­die aus­ge­wählt.

Die wich­tigs­te Er­run­gen­schaft des Be­richts be­steht dar­in, dass er eine de­tail­lier­te, ver­glei­chen­de Ana­ly­se ver­schie­de­ner Tech­no­lo­gie­ty­pen bie­tet. Er trägt dazu bei, den Man­gel an Ana­ly­sen auf Sys­te­me­be­ne des fi­nan­zi­el­len und öko­lo­gi­schen Po­ten­ti­als in­no­va­ti­ver Re­cy­cling­tech­no­lo­gi­en so­wie de­ren ge­sund­heits­re­le­van­ten Chan­cen und Ri­si­ken zu über­win­den. Auf ei­ner all­ge­mei­nen Ebe­ne zeigt die Ana­ly­se, dass mo­le­ku­la­re Re­cy­cling­tech­no­lo­gi­en das Po­ten­zi­al ha­ben, das Vo­lu­men von Kunst­stoffan­wen­dun­gen, die wir re­cy­celn kön­nen, deut­lich zu er­wei­tern. Sie kön­nen da­mit die be­ste­hen­de me­cha­ni­sche Re­cy­clin­gin­fra­struk­tur ef­fi­zi­ent er­gän­zen. „Im Hin­blick auf die ak­tu­el­len Ex­pan­si­ons­plä­ne der APK ist die­se de­tail­lier­te, ver­glei­chen­de Ana­ly­se in­no­va­ti­ver Kunst­stoffre­cy­cling-Technologien von ho­her Re­le­vanz für un­ser künf­ti­ges Wachs­tum. Sie zeigt das Po­ten­zi­al werk­stoff­li­cher, lö­se­mit­tel­ba­sier­ter Tech­no­lo­gi­en – ins­be­son­de­re in der Ka­te­go­rie Um­welt­aus­wir­kung“, so Maik Pusch, Di­rek­tor Cor­po­ra­te De­ve­lop­ment.

Mit Fo­kus auf die lö­se­mit­tel­ba­sier­te Re­cy­cling­tech­no­lo­gi­en zeigt der Be­richt:

  • Im Vergleich zu anderen innovativen Technologien werden die molekularen Bindungen des Polymers nicht aufgebrochen; es handelt sich daher um werkstoffliche Verfahren.
  • Sie schneiden am Besten in den Kategorien Klimawirkung, Materialverarbeitungseffizienz und Mehrwert für bestehende Sammlungs- und Sortierinfrastruktur ab.
  • Sie zeigen ein hohes Potenzial, den Einsatz von neuen Chemikalien zu reduzieren und damit auch das größte Potenzial zur Minderung der Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit im Vergleich zu neuen Kunststoffen.

Relevanz für politische Initiativen und eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe

Wie APK ar­gu­men­tiert, trei­ben die Ak­ti­vi­tä­ten der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on rund um den EU Green Deal und den Ak­ti­ons­plan für eine Kreis­l­auf­wirt­schaft für Kunst­stof­fe die Tran­si­ti­on der Kunst­st­off­in­dus­trie so­wie der Ver­pa­ckungs­wirt­schaft am­bi­tio­niert vor­an. Vie­le re­le­van­te Aspek­te die­ses kom­ple­xen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses – wie De­sign für Re­cy­cling­fä­hig­keit oder bes­se­re Samm­lung oder Sor­tie­rung – wur­den be­reits an­ge­sto­ßen. Eine um­fas­sen­de und ver­glei­chen­de Ana­ly­se ei­nes „Re­cy­cling-Technologie-Mixes der Zu­kunft“ steht je­doch noch aus. Ab dem kom­men­den Jahr muss eine strin­gen­te Dis­kus­si­on über die Rol­len von eta­blier­tem Main­stream Re­cy­cling so­wie neue­ren, auf in­dus­tri­el­lem Ni­veau ver­füg­ba­ren, Tech­no­lo­gi­en ge­führt wer­den. Es ist höchs­te Zeit, kon­kret zu be­nen­nen, wie eine künf­ti­ge In­fra­struk­tur für das Kunst­stoffre­cy­cling über 2025 und 2030 hin­aus aus­se­hen kann und muss, um eine Kreis­l­auf­wirt­schaft zu rea­li­sie­ren, so die APK. Ent­spre­chen­de In­ves­ti­tio­nen müs­sen jetzt be­gin­nen. Ori­en­tie­rungs­hil­fen wer­den von In­ves­to­ren und den Teil­neh­mern der Wert­schöp­fungs­ket­te drin­gend be­nö­tigt. Tech­no­lo­gie­neu­tra­le, re­gu­la­to­ri­sche Kri­te­ri­en für Kunst­stoffre­cy­cling – wie Pro­dukt­qua­li­tät und Kli­ma­wir­kung – könn­ten In­ves­to­ren und Märk­te da­bei un­ter­stüt­zen, eine ef­fi­zi­en­te Re­cy­cling­tech­no­lo­gie­land­schaft in der ge­sam­ten EU zu eta­blie­ren. Der Be­richt von Clo­sed Loop Part­ners ist ein Bei­spiel da­für, wie fun­dier­te ver­glei­chen­de Ana­ly­sen zu­sam­men­kom­men und aus­sa­ge­kräf­ti­ge Er­kennt­nis­se ge­ne­rie­ren kön­nen.

closedlooppartners.com

(st)

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