VERPACKEN-AKTUELL

Informationen aus der Verpackungsbranche

Vom Abfall zum Rohstoff: Leitprojekt „Waste4Future“

Fraunhofer-Einrichtungen bündeln Kompetenzen

11. Mai 2021, von Susanna Stock

Kohlenstoff im Kreislauf führen, somit Plastikmüll und Emissionen vermeiden: Das ist das Ziel im Projekt „Waste4Future“.

Quelle: Fraunhofer IMWS

Sie­ben Ein­rich­tun­gen der Fraun­ho­fer-Gesellschaft bün­deln im Leit­pro­jekt „Was­te4­Fu­ture“ ihre Kom­pe­ten­zen, um neue Lö­sun­gen für eine nach­hal­ti­ge­re Ge­sell­schaft zu ent­wi­ckeln, von der Roh­stoff­ba­sis über die Stoff­strö­me und Ver­fah­rens­tech­nik bis zum Ende des Le­bens­zy­klus ei­nes Pro­dukts. Ins­be­son­de­re wol­len sie die Ener­gie- und Res­sour­cenef­fi­zi­enz beim Ein­satz von Kunst­stof­fen er­hö­hen und so­mit den Weg eb­nen für eine Che­mi­e­in­dus­trie, die we­ni­ger fos­si­le Roh­stof­fe be­nö­tigt und we­ni­ger Emis­sio­nen ver­ur­sacht.

Ohne Kunst­stof­fe wie Po­ly­ethy­len (PE), Po­ly­pro­py­len (PP) oder Po­ly­sty­rol (PS), die der­zeit fast durch­weg aus fos­si­len Roh­stof­fen her­ge­stellt wer­den, wä­ren vie­le All­tags­pro­duk­te und mo­der­ne Tech­no­lo­gi­en un­denk­bar. Der im Kunst­stoff ent­hal­te­ne Koh­len­stoff ist da­bei eine wich­ti­ge Res­sour­ce für die che­mi­sche In­dus­trie. Wenn es ge­lingt, sol­che koh­len­stoff­hal­ti­gen Be­stand­tei­le in Ab­fäl­len bes­ser zu er­ken­nen, bes­ser zu ver­wer­ten und dar­aus wie­der hoch­wer­ti­ge Aus­gangs­ma­te­ria­li­en für die In­dus­trie her­zu­stel­len, kann der Koh­len­stoff im Kreis­lauf ge­hal­ten wer­den. Das re­du­ziert nicht nur den Be­darf an fos­si­len Res­sour­cen, son­dern auch die Um­welt­ver­schmut­zung mit CO2-Emissionen und Plas­tik­müll. Zu­gleich ver­bes­sert sich die Ver­sor­gungs­si­cher­heit der In­dus­trie, weil eine zu­sätz­li­che Koh­len­stoff­quel­le er­schlos­sen wird.

Im Leit­pro­jekt „Was­te4­Fu­ture“ sol­len des­halb neue Mög­lich­kei­ten für das Re­cy­cling von Kunst­stof­fen ge­schaf­fen wer­den, um den dar­in ent­hal­te­nen Koh­len­stoff als „grü­ne“ Res­sour­ce für die Che­mi­e­in­dus­trie be­reit­zu­stel­len. „Wir bah­nen so­mit den Weg für eine Koh­len­stoff-Kreislaufwirtschaft, in der aus Kunst­stof­f­ab­fäl­len wert­vol­le neue Ba­sis­mo­le­kü­le ge­won­nen und Emis­sio­nen weit­ge­hend ver­mie­den wer­den: Der Ab­fall von heu­te wird zur Res­sour­ce von mor­gen“, sagt Dr.-Ing. Syl­via Schat­tau­er, stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin des Fraun­ho­fer-Instituts für Mi­krostruk­tur von Werk­stof­fen und Sys­te­men IMWS, das die Fe­der­füh­rung für das Pro­jekt hat.

Er­geb­nis des bis Ende 2023 lau­fen­den Pro­jekts sol­len in­no­va­ti­ve Re­cy­cling­tech­no­lo­gi­en für kom­ple­xe Ab­fäl­le sein, mit de­nen sich hoch­wer­ti­ge Re­zy­kla­te ge­win­nen las­sen. Kon­kret ge­plant ist die Ent­wick­lung ei­nes ganz­heit­li­chen, entro­pie­ba­sier­ten Be­wer­tungs­mo­dells, das die bis dato pro­zess­ge­führ­te Re­cy­cling­ket­te zu ei­ner stoff­ge­führ­ten Ket­te re­or­ga­ni­siert .

(st)

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